Sommer
Die Wetterschmöcker lagen mit ihrer Prognose so was von daneben

Meteorologisch ist der Sommer vorbei. Fehlen wird er kaum jemandem. Aber was wurde eigentlich für ein Sommer vorhergesagt? Die Muotathaler Wetterschmöcker jedenfalls haben sich arg getäuscht in ihrer Prognose.

Sabina Galbiati und Lukas Scherrer
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Regnerisches Sommerwetter am 13. August 2014 in Bern (Archiv).

Regnerisches Sommerwetter am 13. August 2014 in Bern (Archiv).

Keystone

Während sich die meisten fragen, ob er überhaupt je begonnen hat, erklärten ihn die Meteorologen am Sonntag offiziell für beendet: den Sommer 2014. Vermissen werden ihn wohl nur wenige Leute, hat er uns doch mit wolkenverhangenem Himmel, Dauerregen und deutlich zu kalten Temperaturen die Freude an Grillfest und Sonnenbad gehörig vermiest.

Zwar startete der Juni mit einer Hitzewelle und Höchstwerten zwischen 31 und 34 Grad. Doch schon im Juli fiel das Quecksilber und bescherte der Schweiz zwei kühle Monate mit Temperaturen, die rund ein Grad tiefer als ein Jahr zuvor waren. Im Vergleich zur Norm, also dem langjährigen Durchschnitt 1981–2010 war der Sommer in den meisten Regionen der Schweiz zwischen 0,1 und 0,7 Grad zu kühl. Der Kanton Tessin erlebte den kühlsten Sommer seit mehr als 25 Jahren.

Insbesondere im Juli fiel auch noch extrem viel Regen. Das viele Wasser führte in mehreren Gegenden der Schweiz zu Überschwemmungen und Hangrutschen. Auch Sonnentage gab es überall in der Schweiz weniger als im langjährigen Durchschnitt.

«Das Frustpotenzial war diesen Sommer hoch», ist auch Peter Wick von Meteo News überzeugt. Zwar seien die Wettervorhersagen während des Sommers in der Regel korrekt gewesen. Die oft wechselhafte Wetterlage habe es aber schwierig gemacht, Freizeitaktivitäten sicher zu planen. «Kam ein Gewitter schon am Mittag, hatten die Leute natürlich keine Freude. In ihrer subjektiven Wahrnehmung war es dann schlechteres Wetter als vorhergesagt.»

Dass der Sommer so trüb werden würde, schien im Frühjahr unwahrscheinlich. Die Schweiz genoss einen überdurchschnittlich warmen und trockenen Frühling. Die im März und April gemessenen Temperaturen gehörten laut Meteo Schweiz zu den höchsten der Aufzeichnungsgeschichte.

Auch die berühmtesten Meteorologen der Schweiz, die Muotathaler «Wetterschmöcker», sorgten mit ihren Prognosen, die sie an ihrer Generalversammlung Anfang Mai abgaben, für allzu grosse Euphorie auf die Sommermonate. So sprach Kari Hediger von «heissem und schwülem Wetter im August» und Martin Holdener war gar überzeugt, im Juli müsse man einen Kaputt (Militär-Mantel) anziehen, dass «es einem die Haut nicht vor Hitze verbrennt». Lässt man die Sommermonate noch einmal Revue passieren, möchte man fast sagen: Wäre es doch nur so gewesen.