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Die Wärme aus dem Wald

Die Wärme aus dem Wald

Die Wärme aus dem Wald

Für ihren Fabrikneubau suchte die Seenger Werkzeugfirma Alesa eine zeitgemässe Heizungslösung. Dank Vermittlung der Gemeinde entstand der grösste holzschnitzelgespeiste Wärmeverbund im Revier des Forstbetriebes Rietenberg.

Fritz Thut

Seit einigen Monaten ist der Produktionshallenneubau der international bekannten Werkzeugfabrik Alesa AG in Seengen in Betrieb. Im Gebäude mit der markanten Form und der bronzefarbenen Fassade mitten im Zentrum arbeiten inzwischen nicht nur Alesa-Angestellte, sondern im vermieteten Obergeschoss bietet ein Physiotherapie-Studio mit Trainingsangeboten seine Dienstleistungen an.

Von aussen unsichtbar ist im Untergeschoss eine innovative Heizungsanlage montiert und in diesen Tagen offiziell eingeweiht worden. Alesa-Geschäftsführer Christoph Leimgruber nutzte die Gelegenheit, die wichtigsten Eckpunkte der Entstehungsgeschichte zu vermitteln. Viele Gedanken und Berechnungen wurden gemacht, als es galt, einen Ersatz für die alte Ölheizung 1911 zu finden.

«Wir haben alle Varianten rechnen lassen und Vor- und Nachteile abgewogen», so Leimgruber, der als Beispiel anfügt, dass man für die Wärmeversorgung mit Erdwärme nicht weniger als 47 Erdsonden hätte bohren müssen. Auch der Einsatz von Holz als Energieträger wurde schon früh erwogen, doch «die Investition war für uns allein zu teuer», so Leimgruber.

«Rebstock» als Partner

Da kam die Gemeinde Seengen als Vermittler ins Spiel. Der damals für den Forst zuständige Gemeinderat Matthias Häusermann wusste, dass das nahe gelegene Restaurant Rebstock, ein wichtiges Aushängeschild der örtlichen Gastronomie, ebenfalls Überlegungen für eine neue Heizungsanlage anstellte. «Von diesem Ansinnen habe ich nichts gewusst», zeigte sich Leimgruber äusserst froh über die hergestellte Konnektion.

Die beiden grossen Exponenten der Seenger Gewerbeszene kamen schnell ins Gespräch und fanden alsbald eine Lösung, bei der der Forstbetrieb als dritter Partner ins Spiel kam. «Zusammen wurde das Projekt Holzschnitzelheizung kostenseitig zu einer interessanten Sache», schildert der Alesa-Geschäftsführer die Konsensfindung.

Dies hängt sicher damit zusammen, dass der «Rebstock», zu dem neben dem Restaurant auch eine Metzgerei gehört, gehörigen Energiehunger hat. Die Metzgerei braucht naturgemäss sehr viel Warmwasser. Entsprechend dem mit dem neuen Partner gestiegenen Ergiebedarf konnte die neue Heizungsanlage effizient ausgelegt werden.

Erweiterungen möglich

Bereits aktuell liefert der «Rebstock» dem benachbarten «Rosengarten»-Komplex Energie. Zudem wird das geplante Wohn- und Gewerbehaus der Baumanagementfirma M.Weber AG dereinst ebenfalls an die Wärmeverbundleitung zwischen Alesa und «Rebstock» angeschlossen.

Während der Planung wurde der reformierten Kirchgemeinde angeboten, die Seenger Kirche ebenfalls durch diese Anlage beheizen zu lassen. Dort wählte man eine andere Variante. Inzwischen ist das Restaurant Susy Bar angeschlossen und
«Erweiterungen sind möglich», zeigt sich Leimgruber offen.

100000 Liter Heizöl ersetzt

Die nun eingeweihte Holzschnitzelheizung der neuesten Generation weist eine Leistung von 350 Kilowatt auf; als Ergänzung bei zu schwacher Auslastung ist zusätzlich ein kleiner Gasbrenner installiert.

Mit dem Forstbetrieb Rietenberg wurde ein mehrjähriger Liefervertrag abgeschlossen. Förster Heinz Bruder: «Ich bin froh, dass hier diese Lösung gewählt wurde.» Trotz dieser grössten privaten Wärmeverbundanlage im Revier «haben wir weitere Kapazitäten».

In der kalten Jahreszeit wird das 150 m³ grosse Silo etwa alle 14 Tage mit frisch aufbereiteten Schnitzeln aus dem eigenen Wald aufgefüllt. Diese Menge ersetzt rund 100000 Liter Heizöl im Jahr. «Die kurzen Transportwege sind ein Plus», so «Reb-stock»-Wirt Hanspeter Hauri.

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