BP lasse bei seinen Bemühungen, das schadhafte Bohrloch zu verschliessen, Frist um Frist verstreichen, sagte US-Innenminister Ken Salazar nach einem Besuch in der BP-Firmenzentrale in Houston. Er äusserte Zweifel daran, dass bei der Bekämpfung der Ölpest durch den Konzern alle Aktionen durchdacht sind.

"Wenn wir herausfinden, dass sie nicht tun, was sie vorgeben zu tun, dann werden wir BP in geeigneter Weise aus dem Weg drängen", sagte Salazar. Was genau entscheidend für diesen Schritt wäre und wann dies der Fall sein könnte, liess er aber offen.

Salazar bezog sich bei seinen Aussagen unter anderem darauf, dass BP einen ursprünglich für Sonntag geplanten Versuch, das Bohrloch zu verschliessen, verschoben hat. Die Arbeiten sollen nun frühestens am Dienstagabend oder am Mittwochmorgen beginnen.

BP plant, das Bohrloch mit schwerem Schlamm und Zement zu verschliessen. Klappe das nicht, gebe es noch weitere Möglichkeiten, sagte BP-Geschäftsführer Bob Dudley. "Alle von uns bei BP versuchen, das Problem zu lösen."

BP sei bereit, mehr als die 75 Mio. Dollar (86 Mio. Franken) für die Säuberung der US-Küsten zu bezahlen, sagte Salazar. Diese Summe schreibt das Gesetz in den USA als Obergrenze für die Haftung für wirtschaftliche Folgen von Ölunfällen vor. Experten schätzen, dass die Kosten für Reinigung und Schadenersatz in die Milliarden gehen.

Salazar sieht BP wegen der Ölpest in einer "Existenzkrise". Er bezweifle nicht, dass BP alles in seiner Macht Stehende tue, um das Problem zu lösen, sagte er. Die Ölkatastrophe bedeute aber "eine Existenzkrise für eines der grössten Unternehmen der Welt".