Die Uhren zum Klingen bringen

Die Uhrenfirma Cartier schreibt jährlich einen Wettbewerb aus. Zwei Lernende der Uhrmacherschule ZeitZentrum in Grenchen wurden dort für ihre Einsendung prämiert.

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Die Uhren zum Klingen bringen

Die Uhren zum Klingen bringen

Solothurner Zeitung

Valerio Moser

«Die Ideen kamen ziemlich schnell. Das Schwierige war, eine geeignete Umsetzung zu finden.» Colin Kupper, Lernender im ZeitZentrum, war einer der 84 Teilnehmer des Praxiswettbewerbs der Uhrenfirma Cartier. Die angehenden Uhrmacher erhielten in diesem Jahr die Aufgabe, ein bestehendes Uhrwerk so zu erweitern, dass das Anbrechen jeder Stunde mit einem Klang signalisiert wird.

Die Konstruktion durfte jedoch nicht breiter als 30 Millimeter und nicht höher als 25 Millimeter sein. Für die Bewertungskriterien Kreativität/Originalität, Qualität der Ausführung und Funktionalität von Klanganzeige und Uhrwerk wurden jeweils 15 Punkte vergeben. Das Kriterium «Sauberkeit des Uhrwerks» bot fünf weitere Punkte.

Mit Colin Kupper auf dem dritten und Janik Maurer auf dem vierten Platz wurden gleich zwei Lernende des ZeitZentrums in Grenchen prämiert. Beide zeigten kreatives Können. Der 19-jährige Kupper erreichte mit seiner Uhr den lautesten Klang aller Teilnehmer.

Der Minutenzeiger wird über eine aufsteigende Bahn gespannt und schnellt zu jeder Stunde mit grosser Wucht auf einen Klangkörper. «Ich wusste von Anfang an, dass ich einen simplen, aber lauten Mechanismus anfertigen will.» Der 20-jährige Maurer konstruierte seine Uhr so, dass der Minutenzeiger alle 15 Minuten eine Glocke anschlägt und gleichzeitig eine Feder aufzieht. Zur vollen Stunde löst sich die Feder und lässt drei Glocken zeitgleich erklingen. Den ersten Platz erreichte Janina Thiele, Lehrling bei Lange Uhren GMBH in Deutschland.

32 Stunden für die Umsetzung

Die Lernenden hatten mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. So wurde ein Zeitlimit zur Realisierung der Konstruktion von 32 Arbeitsstunden, verteilt auf zwei Wochen, gesetzt. Unter diesem Zeitdruck gingen einige Details verloren. «Eigentlich wollte ich die drei Glocken mit kleinen Hämmerchen anschlagen. Da ich aber zu wenig Zeit hatte, konnte ich diese Idee nicht mehr umsetzen», sagt Maurer.

Auch technisch stiessen sie auf Schwierigkeiten. «Man kann nicht einfach einmal pro Stunde viel Kraft verbrauchen, um den Klang zu erzeugen. Die Uhr muss über die ganze Stunde gut verteilt Kraft verbrauchen, weil das Uhrwerk sonst überfordert würde», erklärt Maurer.

Meistens sei der Fokus der Wettbewerbsaufgabe entweder auf Design oder auf technische Finessen gelegt. Dass mit dem diesjährigen Thema beide Seiten ein ähnliches Gewicht erhalten haben, liess den Teilnehmern einen grossen Spielraum für kreative Ideen. Die beiden jungen Erwachsenen konnten diesem Freiraum geschickt nutzen. Das beweist ihre gute Rangierung.

Auch David Heiniger, der den zweiten Platz erreichte, besucht übrigens die Berufsschule in Grenchen. Er absolviert seine Lehre bei IWC International Watch CO. in Schaffhausen.

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