«Die Überbauung ist wichtig für das Städtchen»

Die Bevölkerung von Mellingen wird an der kommenden Gemeindeversammlung zum zweiten Mal über die Zukunft des Areals der alten Post abstimmen.

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Areal Alte Post

Areal Alte Post

Aargauer Zeitung

Philippe Neidhart

Auf dem Areal der Alten Post soll eine Überbauung entstehen. An der Gemeindeversammlung am 24. Juni wird erneut über den Verkauf der beiden betroffenen Parzellen abgestimmt.

Vor drei Jahren kaufte die Gemeinde Mellingen die Parzelle der Alten Post und der Bushaltestelle Lindenplatz. Schon damals war klar, dass dieses Land nicht längerfristig von der Gemeinde genutzt werden sollte. Eingeschlossen in dieses Areal ist eine Parzelle mit vier Bäumen, die schon länger im Besitz der Gemeinde ist. Nun soll dort eine Überbauung mit 1100 m2 Verkaufsfläche und 7 Wohnungen entstehen. Für die Realisierung müsste man die eingeschlossene Parzelle umzonen. Das wurde an der letzten Gemeindeversammlung jedoch abgelehnt. «Die Überbauung ist wichtig für das Städtchen», sagt Gemeindeammann Bruno Gretener. Die heutige Situation sei nicht akzeptabel. Darum ging der Gemeinderat noch einmal über die Bücher. «Wir haben im Vorfeld der letzten Gemeindeversammlung zu wenig über das Projekt orientiert und waren auf die Fragen zu den Bäumen und dem Buswendeplatz nicht vorbereitet», sagt Gretener. Nun hat man mit Spezialisten, dem Investor und mit der Busgesellschaft Gespräche geführt.

Fäule und Pilzbefall

Ein Grund für die Ablehnung der Umzonung waren die vier Bäume, die sich auf der einen Parzelle befinden. Wie der Baumpflegespezialist Andreas Schulte herausgefunden hat, leiden die Bäume an Pilzbefall und Fäule. Darum beurteilt er den Zustand der Bäume als schlecht. Schon jetzt sind die Baumkronen teilweise durch Seile gesichert. Die Empfehlung des Spezialisten fällt darum klar aus: Die Bäume müssen weg. Die Linden sollten möglichst schnell, die beiden Platanen innerhalb eines Jahres gefällt werden. Dieses Vorgehen wird unabhängig vom Ausgang der Gemeindeversammlung durchgeführt.

Provisorischer Wendeplatz

Rund 16 Busse pro Stunde passieren die Haltestelle Lindenplatz bei der Alten Post. Diese Busse brauchen eine Wendemöglichkeit und haben teilweise Standzeiten von mehreren Minuten. Deshalb braucht es einen Warteraum für mindestens 2 Fahrzeuge. Darum beauftragte die Gemeinde einen Verkehrsingenieur, Lösungen für eine Verlegung zu erarbeiten. Die Haltestelle soll auf den hinteren Teil des gegenüberliegenden Parkplatzes vom momentanen Standort verschoben werden. Die Kosten würden sich dabei auf rund 175000 Franken belaufen. Allerdings müssten die Anzahl der Parkplätze von 89 auf 61 reduziert werden, um den Bussen genug Platz zu bieten. Laut dem Gemeinderat habe es in näherer Umgebung genug Plätze.

Chance für die Gemeinde

Raiffeisen, die Migros sowie Detailhändler haben bereits ihr Interesse an einem Platz in der Überbauung bekundet. Ausserdem sei das Areal rund um die Birrfeldstrasse wichtig für die Gemeindeentwicklung, sagt Gretener. Mit dem Projekt entstehe eine attraktive Verbindung zwischen dem neuen Coop und der Altstadt. Man könnte auch die eigene Bevölkerung dazu bewegen, wieder im eigenen Dorf einzukaufen. Auch würde die Überbauung die Gemeinde für Auswärtige attraktiver gestalten. Ausserdem sei für ein längerfristiges Überleben der Läden der Altstadt die Überbauung sehr wichtig. Es brauche rund herum ein gutes Angebot von grösseren Läden, um Leute anzuziehen.
Falls das Projekt angenommen wird, rechnet man mit einem Baubeginn Mitte 2010.

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