Erstes Wasserwirbelkraftwerk der Schweiz.
Die Suhre wirbelt für Ökostrom

In Schöftland baut eine neue Genossenschaft das erste Wasserwirbelkraftwerk der Schweiz.

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Aargauer Sport

Peter Siegrist

In Schöftland sind Energiepioniere am Werk. Andreas Steinmann und Heidi Zumbühl haben auf ihrem Grundstück ein so genanntes Wasserwirbelkraftwerk geplant. Nachdem jetzt die Konzession für den Betrieb und die Baubewilligung vorliegen, haben Steinmann und Zumbühl mit weiteren interessierten Personen eine Genossenschaft und die Firma WWK Energie GmbH gegründet. Auf dieser Basis wird nun als Erstes das Kleinkraftwerk in Schöftland realisiert, weitere Projekt werden folgen.

Über sechzig Personen wohnten am Samstag im Suhrental dem Spatenstich bei und liessen sich über die Grundideen des Projektes orientieren. Vorstandsmitglied Reto Arnet erläuterte den Erwachsenen die Baupläne im Gelände, bevor eines der vielen Kinder als «Baggerführer» für den eigentlichen Spatenstich ausgelost wurde.

Bach fliesst in Rotationsbecken

Arnet erklärte den Gästen die Funktionsweise des Wasserwirbelkraftwerkes. Die Suhre wird aus ihrem Bett abgeleitet und in einem Einlaufkanal über das Grundstück von An-dreas Steinmann geführt. Kernstück der Anlage ist das Rotationsbecken mit einer Abflussöffnung in der Mitte. Das Wasser wird hier in eine Rotationsbewegung versetzt (vergleichbar mit dem Ablauf in der Badewanne).

In diesen Wasserwirbel wird eine Turbine mit Generator gestellt, um die Rotationsenergie in elektrische Energie umzuwandeln. Das Kraftwerk wird Strom für rund 25 Haushaltungen liefern. Als Betreiber erhält die Genossenschaft vom Bund aus der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) 35 Rappen pro produzierte Kilowattstunde. Nach dem Becken fliesst das Wasser in einem renaturierten Bett zurück in die Suhre. Das Einhalten der Restwassermenge ist dabei kein Problem. Die Genossenschaft rechnet damit, im Oktober mit der Anlage ans Netz zu gehen.

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