Affäre Gaddafi

Die Schweiz kann auf US-Hilfe in der Affäre Gaddafi hoffen

Hannibal Gaddafi (Archiv)

Hannibal Gaddafi (Archiv)

In der Affäre Gaddafi kann die Schweiz auf Hilfe der USA hoffen, um die beiden seit 15 Monaten festgehaltenen Schweizer aus dem Land zu holen. «Bern hat gute Kontakte», sagten dem Dossier nahestehende Personen der Nachrichtenagentur SDA.

Vergangenen Samstag waren einige der einflussreichsten Aussenpolitiker in Zürich versammelt, um der Unterzeichung der beiden zwischen der Türkei und Armenien vereinbarten Protokolle beizuwohnen: unter anderem US-Aussenministerin Hillary Clinton, der russische Aussenminister Sergej Lawrow, der französische Aussenminister Bernard Kouchner sowie der EU-Aussenbeauftragte Javier Solana.

Gastgeberin war Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. Anwesend war auch der Präsident der aussenpolitischen Kommission des Nationalrates (APK), Geri Müller (Grüne/AG). "Es war wie ein Treffen unter alten Freunden", beschrieb er die Atmosphäre in Zürich. "Es ist im Übrigen ein Fehlglaube zu meinen, die Schweiz habe keine Freunde. Im Gegenteil: die Schweiz sei sehr gut vernetzt."

Das gelte trotz des Falls UBS auch für die Amerikaner. Gefragt, ob die Schweiz wegen Libyen ihre Freunde in Zürich um Hilfe gebeten habe, wollte Müller sich nicht äussern.

Dagegen machte eine diplomatische Quelle klar, die Schweiz habe das Thema Libyen angesprochen. Allerdings: "Einzig die Amerikaner wären bereit, sich mit den Libyern auf ein Armdrücken einzulassen", hiess es. "Es ist aber Blödsinn zu behaupten, die Schweiz stehe alleine da."

Die Person warnte, allzuviele Hoffnungen auf nichtstaatliche Akteure mit angeblich guten Beziehungen zu Gaddafi zu setzen. Diese hätten schliesslich nicht die Möglichkeit oder die Courage, gegenüber Gaddafi offen die Freilassung der Schweizer zu fordern.

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