Die Radonatoren kommen

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Die Radonatoren kommen

Die Radonatoren kommen

Aargauer Zeitung

jörg meier

Diesmal kommt die Bedrohung aus dem Boden. Radon heisst das radioaktive Edelgas, das im Aargau für Aufsehen sorgt. Dabei strömt dieses Gas seit Urzeiten unbeachtet aus der Erde. Aber jetzt hat man gemessen. In allen Schulhäusern und Kindergärten des Kantons. Und hat Erstaunliches festgestellt: In 48 Schulgebäuden in 38 Gemeinden liegt die Radonbelastung über dem zulässigen Grenzwert.

Mit Radon ist nicht zu spassen: Nach dem Rauchen gilt Radon als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Nur verständlich, dass der Kanton die betroffenen Gemeinden auffordert, die übermässig belasteten Schulhäuser zu sanieren. Bis dies geschehen ist, sollte in den betroffenen Räumen nicht mehr unterrichtet werden.

Die Schulhäuser hätten wir also einigermassen im Griff – von dort droht bald keine Radon-Gefahr mehr. Aber was ist mit allen andern Häusern im Aargau? Zum Beispiel mit dem, in welchem wir selber wohnen? Werden wir da klammheimlich und seit Jahren mit Radon vollgepumpt, und wir haben es bisher nicht gemerkt, weil wir nichts wussten vom gefährlichen radioaktiven Gas? Immerhin werden weite Teile des Aargaus auf der Radon-Karte des Bundes als «mittelstark belastet» bezeichnet.

Es ist absehbar, dass bald schon jedes Gebäude im Kanton aus Sicherheitsgründen Radon-geprüft resp. Radon-saniert sein muss. Wer jetzt schnell ist, hat eine gute Chance, sich als Spezialist eine goldene Nase zu verdienen. Gefragt sind Radon-Experten und -Sanierer, so genannte Radonatoren, die flächendeckend die Radon-Gefahr bannen und den sicheren und sanierten Häusern entsprechende Zertifikate ausstellen. Diese Zertifikate wirken sich dann wiederum positiv auf den Wert der Liegenschaft aus.

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