Würenlos

Die Polizei nimmt sich den Lastwagenchauffeuren an

Im Gespräch: Chauffeure Addhetar Brahaj (links) und Simon Pfenninger mit Wm Thomas Plüss. (to)

Im Gespräch: Chauffeure Addhetar Brahaj (links) und Simon Pfenninger mit Wm Thomas Plüss. (to)

Die Aargauer Kantonspolizei suchte im Rahmen der 10. Aktion «Boxenstopp» auf der Autobahnraststätte Würenlos das Gesprächs mit Berufsfahrern.

«Schade, dass die Polizei das bei uns nicht macht», sagt der deutsche Lastwagenchauffeur Addhetar Brahaj. Er sitzt mit seinem Berufskollegen Simon Pfenninger im «Boxenstopp», einem von der Aargauer Kantonspolizei aufgestellten Zelt auf der Autobahnraststätte Würenlos und lässt sich das offerierte Znüni munden.

Es sind nicht der Gratis-Kaffee sowie die ebenfalls offerierten Gipfeli und Sandwiches, die Brahaj in Deutschland vermisst. Ihn überzeugt am «Boxenstopp» vor allem «die Möglichkeit, mit Polizisten das eine oder andere Problem zu diskutieren».

Gegenseitige Toleranz wichtig

«Wir akzeptieren die Polizeikontrollen. Sie sind für die Sicherheit wichtig und meiner Meinung nach wird eher noch zu wenig kontrolliert», sagt Simon Pfenninger zu Thomas Plüss.

Der Wachtmeister der Gruppe Technik bei der Mobilen Einsatzpolizei hat sich soeben zum Chauffeur-Duo gesetzt.

Bei den Kontrollen, erklärt Pfenninger weiter, erwarte er vonseiten der Polizei Verständnis für seine Arbeit und eine gewisse Toleranz: «Im beruflichen Alltag kann man einfach nicht immer alle Vorschriften bis ins letzte Detail einhalten.

Beim Gewicht zum Beispiel oder bei der Ruhezeit sind wir froh, wenn die Polizei gelegentlich ein Auge zudrückt.»

«Gesundes Augenmass» lautet denn auch die Devise von Polizeikommandant Stephan Reinhardt: «Regelmässige Kontrollen des Schwerverkehrs sind sinnvoll und wirkungsvoll.

Es ist jedoch unser Bestreben, die Chauffeure nicht unnötig zu schikanieren. Die Gesetze müssen eingehalten werden. Aber dort, wo es der Sicherheit nicht abträglich ist, darf die Polizei auch eine gewisse Toleranz zeigen.»

Bei Bagatellen nachsichtig

Ruedi Scherer, der Chef der Mobilen Einsatzpolizei, sieht das genauso: «Gesetze sind da, um eingehalten zu werden. Aber wir wollen bei den Kontrollen im Bagatellbereich nicht zu kleinlich sein.»

In solchen Fällen rät Scherer seinen Leuten, im Gespräch auf Verstösse und Fehler hinzuweisen und es bei einer Ermahnung bewenden zu lassen.

Bei krassen Verstössen gäbe es jedoch kein Pardon: «Wenn einer zwölf Stunden am Stück gefahren ist, sein Fahrzeug massiv überladen oder die Ladung nicht richtig gesichert hat, dann kann es keine Nachsicht geben.

Mit dabei am traditionellen «Boxenstopp» waren auch dieses Jahr die Branchen- und Berufsorganisationen Astag und Les Routiers Suisses. (to)

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