Flugwegerfassung um den Flugplatz Birrfeld
Die Piloten halten sich an die Flugwege

Während der vergangenen Monate haben die Anliegergemeinden des Flugplatzes Birrfeld, gemeinsam mit dessen Verantwortlichen, die Flugwege von an- und abfliegenden Flugzeugen aufgezeichnet.

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Das Wichtigste vorweg: Die Auswertungen ergaben, dass sich die Piloten in 97 von 100 Fällen an die publizierten Routen hielten. Dies ergab die in den letzten Monaten an insgesamt fünf Tagen und während zehn Stunden durchgeführte Flugwegerfassung. 114 Flugzeuge wurden dabei erfasst und deren Flugwege mittels einer neuartigen Messmethode aufgezeichnet. Das Ergebnis: 90 Prozent der Flugwege liegen im optimalen Bereich der publizierten Flugwege. 7 Prozent weisen eine Abweichung auf, ohne dass dabei ein Dorf überflogen wurde, und nur 3 Prozent der aufgezeichneten Flüge führten direkt über ein Dorf. Im Bereich der Schlepp-Räume wurde gar kein Dorf überflogen.

Messungen gehen weiter

Reto Nyffenegger, Gemeindeammann von Scherz und Vertreter der Konferenz der Eigenämter Gemeindeammänner, und Max Riner, Präsident des Aero-Clubs Aargau, zeigen sich positiv von diesem Ergebnis überrascht. «Wir investieren viel in die Ausbildung unserer Piloten. Dazu gehört eine intensive Sensibilisierung für die Einhaltung der Flugwege. Auch die Erkenntnisse aus diesen Messungen werden nun in die Pilotenausbildung einfliessen», betont Riner. Piloten, welche deutlich von der Route abwichen und ein Dorf überflogen, wurden vom Flugplatz schriftlich darüber informiert und ermahnt. Dies soll auch weiterhin geschehen. Als weitere Optimierungsmassnahme, so Riner, werde der Briefingbereich im Internet (www.birrfeld.ch), welcher von auswärtigen Piloten zur Flugvorbereitung konsultiert wird, ausgebaut. «Im nächsten Jahr werden zudem weitere Messungen zu unterschiedlichen Tageszeiten stattfinden», kündigt Reto Nyffenegger an. Das Ziel sei, die Einhaltung der Flugwege auf diesem hohen Niveau zu halten.

Vertrauen stärken

Die Flugwegerfassung wurde lanciert, nachdem die Einhaltung der Flugrouten different beurteilt wurde. «Gemeindebehörden und Flugplatzleitung wollen damit das Problem der unterschiedlichen visuellen Wahrnehmung durch Pilot und Bodenbeobachter in den Griff bekommen», umschrieb damals Reto Nyffenegger die Beweggründe. Eine objektive Beurteilungsbasis soll das gegenseitige Vertrauen stärken, indem allfällige Unkorrektheiten im fliegerischen Verhalten, aber auch bei den angebrachten Beschwerden verringert werden können. Um Abweichungen sichtbar zu machen, hatte der Birrharder Anwohner Peter Janssen ein spezielles Messsystem entwickelt. Die Kosten dafür wurden je zur Hälfte von den Gemeinden Baden, Birmenstorf, Birr, Birrhard, Brunegg, Habsburg, Hausen, Lupfig, Möriken, Mülligen und Scherz sowie dem Flugplatz Birrfeld getragen. Janssen führt die Messungen in deren Auftrag jeweils durch.

Mit diesen Messdaten liegen nun erstmals verlässliche und belegbare Aussagen zur Disziplin der Piloten bezüglich der Einhaltung der vorgegebenen Flugwege vor. Entsprechende tatsächliche oder vermeintliche Abweichungen hatten in der Vergangenheit immer wieder zu Ärgernissen und Reklamationen geführt.(az/ega/aza)