Bei brütender Hitze ging gestern der Grenchenberglauf über die Bühne. Die Herausforderung
wurde unterschiedlich gemeistert.

Hans peter Schläfli

Auf die Socken, fertig los! Noch bevor es um die Wurst ging, bildete sich die erste Schlange vor einem Sponsorenzelt: Jeder Teilnehmer bekam ein paar Laufsocken geschenkt. Dann schlich man sich am besten immer schön dem Schatten nach zum Startbogen, um der brütenden Hitze auszuweichen. Nicht so die Spitzenläufer, die trabten wie ungeduldige Rennpferde die Allerheiligenstrasse auf und ab.

Dann endlich, Punkt 10 Uhr, schickte Grenchens Stadtpräsident Boris Banga die rund 500 Teilnehmer auf die Reise. Mit dem Startschuss ging vorne der Schnellzug ab. Sofort setzte sich der spätere Sieger Hansruedi Mathys an der Spitze ab. Weit dahinter folgte das gemütlichere Klick-Klack der Stöcke der Nordic Walker, die erstmals am Grenchenberglauf teilnahmen – allerdings ohne Rangliste.

Die neue Strecke

Nach nur 15 Minuten hatte die Spitze total verschwitzt den Cadotsch-Gedenkstein erreicht, und es wurde bereits viel getrunken. Weiter wurde der Schweiss Richtung Stierenberg vergossen. Dann führte der Grenchenberglauf in seiner 11. Auflage erstmals nicht mehr über die Tiefmatt. Die neue Strecke ist noch attraktiver. Der steile Anstieg im Gländerwägli entfällt, es geht «Hinter der Egg» und «Vor der Egg» auf den Fuchsboden und von da über den Fahnenhang ins Ziel. «Du hast mich dreimal überholt, aber am Ende war trotzdem ich vorne», plagierte einer auf dem Untergrenchenberg, und der andere schmückte seine Abenteuer mit Geschichten aus, die als Seemannsgarn durchgegangen wären. So ging es im Zielraum bei Bananen und isotonischen Getränken hoch zu und her.

Ein kleines Volksfest

«Ein superschöner Lauf», lobte Petra Eggenschwiler aus Laupersdorf, die diesen Sommer alle Läufe der Jura-Top-Tour absolvieren will. Sie wolle in erster Linie den Plausch haben, aber: «Ein wenig ambitioniert bin ich eben doch.» Und was denkt sie, wenn sie alleine am Berg unterwegs ist? «Dann packt mich der Ehrgeiz und ich will mich so wenig wie möglich überholen lassen.» Mit Erfolg: Petra Eggenschwiler belegte am Ende den guten 6. Platz.

Beim Schulhaus Halden entwickelte sich ab Mittag ein kleines Volksfest, denn der Grenchenberglauf ist nicht nur vergossener Schweiss, sondern auch ein grosses Vergnügen. «Die Läufer haben die neue Strecke wegen der schönen Landschaft gelobt», sagte Angelo Nicoletti. «Obwohl wir jetzt etwa 60 Höhenmeter weniger haben, ist der Lauf genauso anspruchsvoll, und auch die Siegerzeit mit knapp unter 54 Minuten etwa gleich geblieben», zog der OK-Präsident ein positives Fazit. Rund 110 Helfer, viele davon von den «Free Runners Grenchen», wissen bereits, wie es läuft. Entsprechend geschmeidig verlief das Rennen, und man darf sich bereits auf die 12. Austragung freuen.