Kulturgesellschaft

Die NAB geht auf die Aarauer Kulturgesellschaft zurück

Allgemeine Aargauische Ersparniskasse, heute NAB.wal

NAB

Allgemeine Aargauische Ersparniskasse, heute NAB.wal

Die Neue Aargauer Bank, die Schwerhörigenschule Landenhof, das Krankenheim Lindenfeld: Sie alle gehen auf die Kulturgesellschaft des Bezirks Aarau zurück. Das Theaterstück «Gemeinsinn» soll die Leistungen dem Publikum zeigen.

Hermann Rauber

Die Kulturgesellschaft wurde am 2. März 1811 in Aarau aus der Taufe gehoben. Sie war ein Kind jener Aufbruchstimmung, die in der noch jungen Kantonshauptstadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts für frischen Wind sorgte. So initiierte die Gesellschaft anno 1812 etwa die Gründung der Allgemeinen Aargauischen Ersparniskasse (heute NAB) oder 1836 den Bau und Betrieb einer Taubstummenanstalt (heute Schweizerische Schwerhörigenschule Landenhof). Noch heute nimmt der Vorstand der Kulturgesellschaft die Wahl des Stiftungsrates für den Landenhof wahr, ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten.

Steine ins Rollen gebracht

Auch die Gründung des Bezirksaltersheims Suhr (heute Alters- und Pflegeheim Steinfeld) ging 1961 auf die tatkräftige Unterstützung der Kulturgesellschaft, ebenso wie die Realisierung des Krankenheims Lindenfeld in Suhr 1977.

Daneben schüttet die Gesellschaft bis auf den heutigen Tag einen guten Teil ihrer Erträge an kulturelle oder gemeinnützige Projekte aus, im Sinne einer «Anschubhilfe». Im vergangenen Jahr kamen unter anderem der Elternverein mit dem Aarauer Ferienpass, das Haus Herzberg, der Mittagstisch in der Telli, das Projekt «Flussaufwärts» oder die Kinderkrippe Küttigen in den Genuss solcher Förderbeiträge. Diese bewegen sich pro Jahr in der Höhe von rund 15 000 Franken.

Dies soll auch im laufenden und im kommenden Jahr so bleiben, trotz einer zusätzlichen Kraftanstrengung zum historischen Jubiläum. Präsidentin Lilian Renner-Schoch informierte die Generalversammlung über die geplanten Feierlichkeiten 2011. Der Vorstand habe Kontakt mit Hannes Leo Meier, dem Leiter der Theatergruppe Szenart, Aarau, aufgenommen und die Aufführung eines Stationentheaters unter dem Motto «Gemeinsinn» vereinbart. «Wir wollen uns nicht selber feiern, sondern ein breites Publikum ansprechen», erklärte Lilian Renner die Idee zu diesem «szenischen Rundgang» durch die Aarauer Altstadt.

Defizitgarantie fürs Jubiläum

Die Versammlung fand offensichtlich Gefallen an diesem Projekt und bewilligte ohne Gegenstimmen eine Defizitgarantie von maximal 70 000 Franken für den 200. Geburtstag. Kassier Victor Carisch, Suhr, hofft allerdings, für das Jubiläum auch Sponsoren begeistern zu können. Die Kulturgesellschaft verfügt über ein Eigenkapital von rund 350000 Franken, wobei man im Budget weiterhin 14 000 Franken pro Jahr als «Spenden an Dritte» ausschüttet.

Ebenfalls 200 Jahre alt wird 2011 die Aargauische Gemeinnützige Gesellschaft, die sich auf das gleiche Gründungsdatum wie die Kulturgesellschaft des Bezirks Aarau abstützt und erst später aus dieser hervorgegangen ist, das heisst sich in die Selbstständigkeit herausgelöst hat. Auch von dieser Seite her steht laut Vorstandsmitglied
Hélène Klemm ein ordentlicher «Jubiläums-Batzen» in Aussicht.

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