Didge-Weekend
Die Massen fehlen am Didge-Weekend

Ein schaler Lichteinfall auf die Mitte der Bühne, daneben ein stockdunkler Froburgsaal. Ein paar Dutzend am Boden sitzende Gestalten, teils zu den Klängen gestikulierend, teils schier in Trance fallend. Das Didgeridoo-Weekend in Wiedlisbach kann begeistern.

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Didgeridoos

Didgeridoos

Solothurner Zeitung

Armin Leuenberger

Nach der schöpferischen Pause im vergangenen Jahr, trafen sich am Wochenende in Wiedlisbach unter dem neuen Namen Swiss Didge Weekend erneut Freunde und Liebhaber der Didgeridoo- Klänge aus der ganzen Welt. Der von der Gemeinde aus dem Kulturfonds unterstützte Anlass war von der künstlerischen Besetzung her einmal mehr ein toller Erfolg. Dass ein solcher Anlass die Massen nicht in die Froburg zu locken vermag, war vorauszusehen. Die Abwesenden haben jedoch mit Sicherheit etwas verpasst.

Schweizer Topprodukt

Dass unter den vielen Verkaufsständen von Didgeridoos aus Hölzern wie Ulme, Kirsch- und Birnbaum, Esche, Rot- und Hagenbuche eine Schweizer Werkstatt ganz an der Spitze von Qualität und Aussehen der Instrumente der australischen Ureinwohner steht, dürfte wenig bekannt sein. Daniel Leiser, ein gelernter Möbelschreiner, der sich zum Sozialpädagogen ausbilden liess, begann als Leiter der Holzwerkstatt im Rehabilitationszentrum «Mühlhof» in Tübach im Kanton St. Gallen mit den Patienten Didgeridoos zu bauen.

«Ich war zwar noch nie in Australien, spiele das Instrument aber auch selber», sagt Leiser. Während ihres rund halbjährigen Aufenthaltes in der Klinik begleiten die Patienten den Instrumentenbau von Grund auf. Die Annäherung an eine gute Wertschöpfung wurde so zur Tatsache. Jährlich verlassen die Werkstätte in Tübach rund 70 neue Didgeridoos im Gesamtwert von rund 45 000 Franken.

Künstler aus aller Welt

Roman Buss - «er ist ein genialer Didgeridoo-Lehrer», sagt Franziska Rieben, die bei ihm seit Jahren Unterricht geniesst - gelingt es immer wieder, grosse Namen aus aller Welt nach Wiedlisbach zu bringen. So den Kroaten Dubravko Lapaine oder den Franzose Gauthier Aubé.

Lapaine hat mit seinem speziellen, sehr schnellen Stil innert kürzester Zeit europaweit auf sich aufmerksam gemacht. Aubé, jung und smart, jedoch eine eher etwas scheue Erscheinung, ist bereits ein versierter Spieler. «Er wird in den kommenden Jahren zu einem grossen Künstler heranwachsen», ist Buss vom Franzosen überzeugt.

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