Die Launen der Langete zu spüren bekommen

Abenteuerlustig: Mit Autoschläuchen trotten die Schüler den Launen der Langete. (bnl)

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Abenteuerlustig: Mit Autoschläuchen trotten die Schüler den Launen der Langete. (bnl)

Ein jeder Langenthaler kennt sie, die Launen der Langete. Mal ist sie einem freundschaftlich gesinnt, ein anderes Mal schäumt sie geradezu vor Wut. Im Rahmen des Ferienpasses gaben sich 18 Abenteuerlustige dem Lauf des Baches hin.

Bettina Nägeli

An trockenen Tagen schlängelt sich die Langete ihren Weg gemächlich von Dorf zu Dorf. Doch die scheinbar Unscheinbare kann auch ganz anders, vorzugsweise dann, wenn der Regen lange genug vom Himmel geprasselt ist. Dann, ja dann entwickelt sich das stille Flüsschen gerne zum reissenden Bach und braust wohlgenährt ihrem Lauf entlang.

Jene zwei Gesichter der Langete sind wohl kaum einem Ortsansässigen unbekannt. Und doch ist es möglich, das oberaargauische Flüsschen um eine Facette näher kennen zu lernen und dessen ganze Kraft hautnah mitzuerleben - mehr noch, sich von eben dieser treiben zu lassen. Die Gelegenheit dazu nutzten 18 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Ferienpasses, indem sie sich nicht mit dem Uferblick genügten, sondern sich stattdessen direkt ins Wasser begaben.

Langete als harter Gegner

Das Abenteuer startete unterhalb des Spitals SRO. Kind um Kind schnappte sich einen aufgepumpten Autoschlauch, kletterte die grasbewachsene Böschung hinunter und begab sich - das eine zögernd, das anderes euphorisch - in die Langete. Die Bedingungen für einen Ritt auf dem Wasser seien optimal, erklärte Kursleiterin Regina Spichiger von der Jungschar Langenthal mit Blick auf das zwar rasch vorbeiziehende, nicht aber reissende Nass.

Bereits nach wenigen Augenblicken des Gleitens im Wasser bekam der eine oder andere die Launen desselben zu spüren. So sehr auch mit den Armen gerudert und mittels der Füsse gesteuert wurde, erwies sich die Langete als härterer Gegner, als von Vielen zuvor vermutet. Die Versuche, den Autoschlauch möglichst glimpflich an den schäumenden Schwellen vorbeizulenken, misslangen denn auch häufig. «Brrr, ist das kalt!», rief der zehnjährige Joël. Er war sodann nicht der Einzige, der zu einem kurzen Tauchgang gezwungen war.

Im Schatten der Uferbäume

«Aus dieser Perspektive sieht die Langete ganz anders aus als wenn man diese vom Uferweg her betrachtet», bemerkte die Siebtklässlerin Stefanie. So ging es im Schatten der Uferbäume, die die Langete bisweilen dachähnlich überdeckten, vorbei an moosbedeckten Steinen, an unverdeckten Baumwurzeln und an gegen den Strom schwimmenden Entenfamilien.

Kurz vor Roggwil endete das Abenteuer. Während sich die Kinder von den Autoschläuchen erhoben und begeistert ob dem vergangenen Erlebnis in die Badetücher wickelten, sprudelte die Langete weiter vor sich hin. Heute gemächlich und einem freundschaftlich gesinnt.

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