Die Jungen sind an «Psychi» interessiert

Idyllisch: Das Hauptgebäude der Psychiatrischen Klinik Königsfelden liegt ruhig und ist von viel Grün umgeben. (Bild: Archiv Michael Spillmann)

Königsfelden

Idyllisch: Das Hauptgebäude der Psychiatrischen Klinik Königsfelden liegt ruhig und ist von viel Grün umgeben. (Bild: Archiv Michael Spillmann)

Vorbei und vergessen? Nein. Die Psychiatrische Klinik Königsfelden (PKF) erinnert sich gerne an den jüngsten Spitaltag: Weil es ihr gelungen ist, die von ihr gewünschte Zielgruppe zu erreichen – junge Menschen, die sich für Pflegeberufe interessieren. Vorbei und vergessen? Nein. Die Psychiatrische Klinik Königsfelden (PKF) erinnert sich gerne an den jüngsten Spitaltag: Weil es ihr gelungen ist, die von ihr gewünschte Zielgruppe zu erreichen – junge Menschen, die sich für Pflegeberufe interessieren.

Elisabeth Feller

Wie nachhaltig ist ein nationaler Spitaltag? Sibylle Kloser (Verantwortliche Unternehmenskommunikation) möchte weniger von Nachhaltigkeit denn von starken Eindrücken sprechen, die einfliessen können in die Gestaltung eines künftigen Spitaltags. Selbst wenn die jüngste «Auflage» Vergangenheit ist, ist sie in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden Gegenwart, das heisst: Man spricht weiter von ihr.

Das Motto zündete

Überrissene Erwartungen an den dritten Nationalen Spitaltag hatte die Klinik nicht. Umso überraschter und erfreuter war sie über den Zustrom von 300 Besucherinnen und Besuchern. «Davon haben allein 200 den Fear Truck besucht.» Der temporäre, in einem unauffälligen Wagen platzierte Schizophrenie-Simulator war ein Publikumsmagnet - für Sibylle Kloser eine Bestätigung «für das ernsthafte Interesse des Publikums an einer Krankheit, die nach wie vor mit manchen falschen Vorstellungen belastet ist».

Kein Wunder, liegt der Klinik die Entstigmatisierung dieses schweren Leidens am Herzen. Die Psychiatrische Klinik Königsfelden hatte den Spitaltag unter das Motto «Erlebe die Psychiatrie, wie sie wirklich ist» gestellt. Dieses zündete gerade bei jungen Menschen (16- bis 22-jährigen), die Zwei Drittel des Publikums stellten.

Auf diese ist die Psychiatrische Klinik Königsfelden angewiesen, wenn es um die Rekrutierung von Pflegepersonal geht. Das Interesse der jungen Menschen macht die Klinik jedenfalls froh: «Möglicherweise schlägt sich das bei den Anmeldungen für Pflegeberufe nieder», sagt Sibylle Kloser und verweist auf die am meisten gestellten Fragen, welche die jungen Besucherinnen und Besucher an das Pflegepersonal und an die Lernenden gerichtet haben. Dazu zählen beispielsweise: Wie sieht mein Arbeitsalltag in einer psychiatrischen Klinik aus? Welche Aufgaben muss ich übernehmen? Und im Hinblick auf die Ausbildung: Welche Fächer habe ich in der Schule? Wie viel muss ich lernen? Was kommt nach meiner Ausbildung?

Berührungsängste abbauen

Doch das Publikum sprach nicht allein Pflegepersonal und Lernende an, sondern auch Patienten. Die Klinik weiss sehr wohl um «Berührungsängste, die wir abbauen wollen»; sie weiss auch, dass es «viele Patienten sehr schätzen, mit der so genannt ‹gesunden› Welt in Kontakt zu treten». Weil Begegnungen für Patienten und «Gesunde» gleichermassen bereichernd sind, richtet die Psychiatrische Klinik Königsfelden wiederum einen Basar aus: Er wird dieses Jahr am 27. und 28. November stattfinden.

Meistgesehen

Artboard 1