Wie jedes Jahr kurz vor dem Weihnachtsfest herrscht derzeit Hochbetrieb in den Einkaufsstrassen der Schweizer Städte. Menschen flanieren die Strassen auf und ab, bepackt mit Einkaufstüten voller Weihnachtsgeschenke. Dabei ist die Konsumlaune offenbar eine Spur besser als vor einem Jahr. Immerhin signalisieren zahlreiche Indikatoren, dass es der Wirtschaft wieder besser geht und man im kommenden Jahr mit einer richtig gut laufenden Konjunktur rechnen kann.

Entscheidendes Wochenende

Wieso also sparen? Gemäss einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte sind die Geschenkbudgets dieses Jahr 3 Prozent grösser als 2012. Insgesamt 807 Franken pro Haushalt sind für Weihnachtsgeschenke reserviert, teilte Deloitte Anfang Dezember mit.

Bei den grossen Warenhäusern gibt man sich aber noch zurückhaltend. «Es ist zu früh, um eine definitive Bilanz zu ziehen», sagt Elle Steinbrecher, die Mediensprecherin von Manor. Insbesondere müsse man noch das nun anstehende letzte Verkaufswochenende vor Weihnachten abwarten. Denn an ihm entscheidet sich, wie das Weihnachtsgeschäft insgesamt ausfällt.

«Manor kommuniziert keine detaillierten Umsatzzahlen unterhalb des Jahres. Jedoch entsprechen die Weihnachtsverkäufe bisher unseren Erwartungen – daher sind wir optimistisch», sagt die Sprecherin der grössten Warenhauskette der Schweiz auf Anfrage.

Die wichtigsten Tage des Jahres

Nicht nur die Weihnachtszeit gehört im Detailhandel zu der wichtigsten Zeit des Jahres. Auch in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr herrscht in den Läden Hochkonjunktur. «Es ist die wichtigste Zeit für unsere Branche», sagt Steinbrecher.Das garstige Wetter der vergangenen Wochen stellt sich als Vorteil für die Detailhändler heraus: Die Kälte, der Schnee und der Regen treiben die Menschen in die Läden und schaffen ein verkaufsförderndes Ambiente. «Die Abteilungen Parfümerie, Mode, Bijouterie und Spielwaren sind besonders gefragt», sagt die Manor-Sprecherin.

Dabei bevorzugen die Schweizer auf Basis der Manor-Verkaufsschlager zum einen traditionelle Geschenke wie den Cashmere-Schal oder -Pullover für den Mann, das schwarze Cocktailkleid für die Frau. Auch Parfüms laufen gut. Für Frauen La Vie Est Belle von Lancôme oder Modern Muse von Estée Lauder, für Männer Boss, Invictus von Paco Rabanne oder Blockbuster von Estée Lauder.

In der Bijouterie sind Geschenkboxen mit verschiedenem Schmuck gefragt. Bei den Uhren liefen Fashion-Brands gut, aber auch Schweizer Uhren wie Tissot oder Swatch. Die neue mechanische Swatch Sistem 51 dagegen kann man bei Manor nicht kaufen, da sie mit einer Ausnahme in Genf ausschliesslich in Swatch-Geschäften verkauft wird.

In Zürich hat das Bieler Uhrenlabel für die Lancierung der neuen Plastikuhr kurzfristig den Omega-Laden an der Bahnhofstrasse in einen Pop-up-Store für die Sistem 51 umgewandelt. «Die Uhr ist seit dem 15. Dezember in der Schweiz erhältlich und erfreut sich, wie erwartet, grosser Nachfrage», so eine Swatch-Sprecherin.

Wird die «Monster High» 2013 der Renner?

Aber zurück zu Manor: Bei den Kinderspielzeugen sind altbekannte Marken wie Playmobil und Lego beliebt. Für die Kleinen zwischen drei und sechs Jahre laufe aber der Tiptoi- Weltatlas am besten, mit dem Kinder auf spielerische Art die Welt entdecken können.

Die Barbie-Puppe dagegen taucht in der Geschenk-Hitparade dieses Jahr nicht auf. Dafür hat die Puppe Monster High Chancen zum Weihnachtsbestseller 2013 in der Kategorie Kinderspielzeuge für Sechs- bis Neunjährige zu werden.

Bei den Spielzeugen für Erwachsene ist dagegen Mainstream gefragt. Ganz nach dem Motto: Ich will, was die anderen haben. So steht das bekannte kalifornische Computerlabel Apple hoch im Kurs. Sowohl iPad wie auch iPhone laufen wie geschmiert.

Daneben aber auch die Playstation 4 von Sony oder aber die monströsen Beats-Kopfhörer, ebenfalls aus Kalifornien, auf denen ein kleines «b» prangt und die seit den Olympischen Spielen von 2008, als viele Athleten mit ihnen aufgetreten waren, den Markt für Luxuskopfhörer beherrschen. Daneben sind auch ferngesteuerte Helikopter beliebte Spielzeuge für Erwachsene.

Schweizer wollen Cash

Ob mit diesem Geschenkemix die Wünsche in Erfüllung gehen, ist allerdings eine andere Frage. Gemäss der erwähnten Deloitte-Umfrage ist Bargeld das Geschenk, das sich Schweizer Konsumenten am häufigsten wünschen. Auf Platz 2 folgen Bücher und an dritter Stelle Reisegutscheine. «Mehr als je zuvor hat unsere Umfrage gezeigt, dass eine Diskrepanz zwischen den erhaltenen und den gewünschten Geschenken existiert», heisst es in den Umfrageergebnissen.

Der Ansturm zum Warenumtausch nach Weihnachten dürfte damit dieses Jahr ebenfalls hoch ausfallen. Schöne Bescherung!