Langenthal
Die Heizung läuft auf Hochtouren

Im Untergeschoss des Stadttheaters befinden sich wichtige Schaltzentralen wie die Heizung, die Bühnenwerkstatt, die Beleuchtungsregulierung oder der Orchestergraben. Diese garantieren, dass der Theaterbetrieb reibungslos stattfinden kann.

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Stadttheater

Stadttheater

az Langenthaler Tagblatt

Quentin Schlapbach

Früher war das Heizen des Stadttheaters eine sehr aufwändige Angelegenheit. Während einer Vorstellung wurden bis zu 1,5 Tonnen Kohle verbrannt, um die Räumlichkeiten auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Derjenige, der das zweifelhafte Vergnügen hatte, diese Arbeit zu erledigen, musste nicht nur harte Knochenarbeit leisten. Er war auch den extrem heissen Temperaturen, die im damaligen Heizraum herrschten, ausgesetzt.

Werkstatt und Lager

Heute ist der Heizraum einer der kühlsten Räume des ganzen Gebäudes, denn: 1968 wurde von Kohle- auf Gasheizung umgestellt, und zur Jahrhundertwende wurde die alte Gasheizung durch eine neue ersetzt. Die Regulierung dieser Anlage befindet sich im Nebenraum. Allerdings gibt es nicht allzu viel zu regulieren, denn besonders während der Wintermonate ist die Heizung auf volle Leistung eingestellt, da die Isolierungen des alten Gebäudes der kalten Luft nicht standhalten können und es daher eine auf Hochtouren laufende Heizung braucht.

Das Stadttheater

Es ist unbestritten - das 1916 erbaute Langenthaler Stadttheater ist sanierungsbedürftig. Die meisten Menschen kennen allerdings nur den Eingangsbereich und den Theatersaal. Doch was muss erneuert werden? Wo liegen die Schwierigkeiten für das Personal? Was verbirgt sich sonst noch hinter den Theatermauern? Welche Räume bekommen Besucher nie zu sehen? Im Rahmen einer Serie stellt diese Zeitung in loser Folge das Gebäude und die Räumlichkeiten des Stadttheaters näher vor. (tg)

Der Weg vom Heizungsraum führt weiter - vorbei an einer kleinen Waschküche, wo die Reinigungsmittel gelagert werden - zum Gang, der in die anderen Räume des Untergeschosses führt. In der Bühnenwerkstatt werden Teile von Bühnenbildern repariert, die während des Transportes beschädigt wurden. Ausserdem werden hier einige Bühnenbilder gelagert, die den Theatergruppen für ihre Aufführungen zur Verfügung stehen. Auch so genannte Bühnenprospekte, was so viel bedeutet, wie riesengrosse Bilder von Landschaften, die man als Hintergrund für Theatervorstellungen einsetzt, findet man hier. Allerdings machen nur die wenigsten Theatergesellschaften von diesem Angebot Gebrauch, da heutzutage alles selbst mitgebracht wird.

Grosser Zeitaufwand

Am Ende des Ganges liegt der Orchestergraben, der Platz für bis zu 32 Musiker bietet. Hier befindet man sich unmittelbar unter der Bühne und vor dem Theatersaal. Während einer Vorstellung ohne Orchester liegt eine Abdeckung über dem Graben. Bei Vorstellungen mit Orchester kommt diese Abdeckung weg, und vor der ersten Sitzreihe im Saal formieren sich die Streicher und Bläser zur musikalischen Untermalung des Stückes. Wie auch die Bühnenbilder werden die Instrumente von den Musikern selbst mitgebracht, nur der Flügel aus dem Übungssaal wird von den Pianisten von Zeit zu Zeit in Anspruch genommen.

In einem Nebenraum des Orchestergrabens befindet sich die Beleuchtungstechnik. Während der Theateraufführung werden die Scheinwerfer vom Regiepult aus bedient, das auf der Bühne angesiedelt ist. Dieses Abrichten und Programmieren kann je nach Aufführung mehrere Stunden dauern und muss vor jeder Vorstellung neu vollzogen werden.