Operette
Die heisse Phase beginnt

Alle rund 200 Mitwirkenden erlebten am Wochenende bei der erstmaligen Gesamtprobe aller zwölf Solisten, der Tanzgruppe, von Erwachsenen- und Kinderchor und dem Orchester des Vereins «Musik im äusseren Wasseramt» ein fast elektrisierendes Ereignis. Die Vorbereitungen zur Premiere der Operette «Gräfin Mariza» vom 6. Juni tritt in die heisse Phase.

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Solothurner Zeitung

Gundi Klemm

Die Aula des Oberstufenzentrums Derendingen-Luterbach entsprach als Treffpunkt der ersten Gesamtprobe aller Mitwirkenden in etwa der vorgesehenen Bühnenfläche im Burghof in Burgäschi, wo schon bald mit dem Aufbau des von Silvia Werder entworfenen Bühnenbildes für das Freilichtspiel begonnen wird. Neben dem Orchester, das um seinen Leiter Hermann Gehrig in grossem Halbrund in der Aula angeordnet war, fanden sich die unterschiedlichen Gruppen der Teilnehmenden wie von Zauberhand geführt zu ihren jeweiligen Auftritten zusammen.

An der schon fast spielerischen Koordination war ablesbar, wie intensiv unabhängig voneinander bisher bei den Solisten, den Chören, den Tänzerinnen und Tänzern und bei den Instrumentalisten gearbeitet wurde. Der musikalische Leiter Hermann Gehrig liess an der Probe bei den reichhaltigen Tanzszenen Sonja Tschui, Leiterin der gleichnamigen, für die Operette engagierten Tanzschule, neben sich treten, damit rhythmischer Verlauf und Zeitmass im Orchester für die Tanzschrittsequenzen passten. Ein halbes Jahr hat sich die Tanzlehrerin der Operette gewidmet, indem sie entsprechend Partitur und Musik die Choreografie für ihre 36 Tänzerinnen und Tänzer entwarf und einübte.

Damit Instrumentalisten für alle Gesangsdarbietungen einen feinen, zur Geltung bringenden Klangteppich formen, empfahl Gehrig an der Gesamtprobe als Rezept für alle: «Wer die Singstimme von der Bühne her nicht mehr hört, muss einfach leiser spielen.» Speziell bei Operetten sei es wichtig, dass alle Instrumentalisten feinnervig dem Tempo der gestaltenden Solostimme folgen.

Zusammengesetzt ist das 61-köpfige Ensemble unter Konzertmeister Matthias Aeschlimann überwiegend aus Berufsmusikerinnen und -musikern. «Ich freue mich auf diese Aufführungen, die so romantisch auf dem Lande stattfinden», sagte der aus Bern anreisende Posaunist und angehende Musiklehrer Jan Müller.

Die Donau so blau wie der Himmel

Komponist Emmerich Kalman (1882-1953), der bereits 1915 mit der «Csardasfürstin» grosse Erfolge feierte, schrieb 1924 «Gräfin Mariza» und schuf dafür zeitlose Melodien von weltumspannender Bekanntheit. So wird auch das Publikum in Burgäschi dahinschmelzen, wenn Tassilo (Daniel Bentz) schwärmt: «Grüss mir die süssen, die reizenden Frau''n».

Nicht vergessen wird in der Geschichte, die auf einem prächtigen Schlossgut in der ungarischen Puszta spielt, die lustige «ungaro-austro» Volkssprache, die Gemütlichkeit bei einem «Glaserl Wein» und die Landschaft «wo die Donau so blau wie der Himmel ist». Die Farbenfreude der Kostüme, die teils neu geschneidert, teils bei renommierten Kostümverleihen gemietet worden sind, wird die Aufführungen dieser Operette im Einklang mit der Musik zu einem Fest der Sinne werden lassen.

Deutliche Sicherheit strahlte an der Probe der Chor «Crescendo» aus, der für «Mariza» neu ins Leben gerufen wurde. «Unsere Stimmung ist richtig gut», freute sich Chormitglied Claudia Weber. Singend und als bewegte Kulisse verleihen Kinder und Erwachsene dem Bühnenspiel Lebendigkeit. Spielleiterin Käthi Gehrig hat dazu ein genaues Bewegungskonzept entwickelt.

Bereits sind 4000 Karten verkauft

Von Mitwirkenden war zu hören, dass sich die künstlerische Leitung, die sich aus Hermann Gehrig und Tochter Melanie, der «Mariza»-Darstellerin, sowie Reimar Walthert zusammensetzt, gut versteht. So entfallen, weil schon im Vorfeld diskutiert, zeitraubende unterschiedliche Interpretationen. Der kommenden «heissen Phase» als gedrängter Probenzeit vor der Premiere sieht Tassilos Schwester Lisa (Carolin Hagemann) ganz gelassen entgegen.

«Ich bin überzeugt, dass die Operette alle Zuschauenden begeistern wird.» Inzwischen sind bereits 4000 Karten verkauft - und die Nachfrage steigt, weil sich jetzt auch ganze Vereine und Firmen für den Besuch einer der 18 Aufführungen (plus zwei Zusatzvorstellungen/Beginn jeweils um 20.30 Uhr entscheiden. Die Gastgeber des musikalischen Grossanlasses, Familie Aeschlimann und Mitglieder des Vereins Musik im äusseren Wasseramt, sind für die Verpflegung der Operettenfreunde jeweils ab 19 Uhr gerüstet.

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