Stefanie Niederhäuser

Zwei 60 Meter hohe Hochhäuser gehören bald einmal zur Skyline von Baden. Das sieht das Neubauprojekt auf dem ABB-Areal vor, das vergangene Woche vorgestellt wurde. Neu sind Hochhäuser in der Region Baden jedoch überhaupt nicht: So viele Hochhäuser wie in keinem anderen Bezirk des Kantons Aargau stehen dort. Dies geht aus den Zahlen des Bundesamtes für Statistik im Rahmen der Gebäude- und Wohnungserhebung 2000 hervor. 169 Häuser mit sieben oder mehr Stockwerken standen zum Zeitpunkt der Zählung im Bezirk Baden. Dies war knapp ein Drittel der gesamthaft 538 sieben- und mehr- stöckigen Häuser im Aargau. Die Hochhäuser stehen vor allem in Gemeinden entlang der Limmat.

Eine Frage der Definition

Was genau ein Hochhaus ist, wird aber nicht etwa durch die Anzahl Stockwerke festgelegt, sondern durch die Höhe des Gebäudes. Laut schweizerischer Brandschutzverordnung gelten «Bauten, deren oberstes Geschoss mehr als 22 m über dem der Feuerwehr dienenden angrenzenden Terrain liegt beziehungsweise mehr als 25 m Traufhöhe aufweist» als Hochhäuser.

Diese Definition scheint im Alltag jedoch alles andere als geläufig zu sein. Gemeinden in der Region kennen entweder keine Definition oder verweisen auf die Definition der Aargauischen Gebäudeversicherung. Für diese ist laut Fachspezialist Armin Wittmer allerdings «unerheblich, was man unter einem Hochhaus versteht».

Eine Frage der Mode

Wie auch immer ein Hochhaus definiert oder nicht definiert wird, eines steht fest: Hohe Gebäude sind von weitem erkennbar und prägen das Bild einer Ortschaft. Deshalb sorgen sie, seit es sie gibt, für Gesprächsstoff. Mehr noch: Leo Peterhans von der Bauverwaltung Spreitenbach ist überzeugt, dass Architektur und damit auch Hochhäuser Modesache sind. Als Beispiel dafür erzählt er die Geschichte des Spreitenbacher Hochhauses Langacker. Als architektonisch revolutionär wurde es bei der Einweihung gefeiert und lange als Beispiel für gelungene Architektur aufgeführt. Später wurde es plötzlich kritisiert und zusammen mit allen anderen Hochhäusern als schlecht abgestempelt.

Doch ist freier Wohnraum rar und bebaubarer Boden ebenfalls, so erleben Hochhäuser das, was andere Modetrends vor ihnen ebenfalls erlebt haben: Nachdem jahrelang keiner mehr nach ihnen verlangte, feiern sie ihr erfolgreiches Comeback.

Die drei im Folgenden vorgestellten Hochhäuser der Region sind während der Blütezeit der Hochhäuser, den 60er- und 70er-Jahren, entstanden.