Limmattal

Die Gemeinden ziehen einen Schlussstrich

Um rund 270 000 Franken wird der ursprüngliche Projektierungskredit für «Alba Vinea» überschritten. Für die Gemeinden rechts der Limmat bedeutet die Rechnung über 1,43 Millionen Franken den Abschluss des gescheiterten Projektes.

Sandro Zimmerli

«Das ist ein bitterer Schlussstrich unter das Projekt», sagt Oberengstringens Gemeindepräsident Reto Cavegn mit Blick auf die Abrechnung des Planungskredites für das Projekt «Alba Vinea - betreutes Wohnen im Alter». Ein knappes Jahr nach dem das Projekt an der Urne von den Stimmbürgern der Gemeinden Oberengstringen, Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil abgelehnt wurde, wird die Angelegenheit nun endgültig zum Abschluss gebracht.

Hohe Kosten wegen der Verträge

An den bevorstehenden Gemeindeversammlungen in den fünf am Projekt beteiligten Gemeinden wird über die Abrechnung des Planungskredites für das Projekt «Alba Vinea» befunden. Diese weist Gesamtkosten von knapp 1,43 Millionen Franken aus.

Gegenüber dem von den Stimmberechtigten der fünf Gemeinden genehmigten Kredit von 975 000 Franken im Jahr 2006 und dem von den fünf Gemeinderäten beschlossenen Zusatzkredit von 185 000 Franken im Jahr 2007, entspricht dies einer Kreditüberschreitung von rund 272 000 Franken.

Zurückzuführen sei diese Kostenüberschreitung vor allem auf die Ausarbeitung der Vertragswerke der Interkommunalen Anstalt, die als Trägerschaft von «Alba Vinea» hätte fungieren sollen, wie Cavegn erklärt. Bis zur eigentlichen Einigung der fünf Gemeinden über die Ausgestaltung der Interkommunalen Anstalt seien nicht weniger als 13 Vertragsvarianten ausgearbeitet worden.

Und für den interkommunalen Finanzausgleich habe es eines Aufwandes von sieben Vertragsvarianten bedurft. Der Gemeinderat Oberengstringen habe jedoch immer eine absolute Kostenkontrolle gefordert. Für zukünftige Projekte bedeute die Kostenüberschreitung, dass der Oberengstringer Gemeinderat vermehrt auf eine professionelle Projektleitung pochen werde. «Die gleichen Fehler sollen nicht nochmals passieren», so Cavegn.

Nicht nochmals die gleichen Fehler

Dieser Meinung ist auch Unterengstringens Gemeindepräsident Peter Trombik: «Nächstes Mal werden wir ein solches Projekt anders anpacken. Allerdings haben wir immer offen über die Kosten informiert.»

In Weiningen, der geplanten Standortgemeinde von «Alba Vinea», sieht man die Abrechnung als Abschluss des Projektes. «Es ist gut, dass wir die Sache sauber abschliessen und den Stimmbürgern mitteilen, was das ganze Projekt gekostet hat», sagt Gemeindepräsident Hanspeter Haug.

Wie man künftig weiterverfahren wolle, sei noch offen. Zuerst gehe es aber darum, das Vergangene abzuschliessen. Das verlangt auch der Oetwiler Gemeindepräsident Paul Studer. «Die Abrechnung bedeutet einen Schlussstrich unter das Projekt.»

Klar ist jedenfalls, dass mit dem Abschluss des Projektes «Alba Vinea» das Problem der Nachfrage nach betreutem Wohnen rechts der Limmat noch immer ungelöst ist. «Der Bedarf nach betreutem Wohnen ist nach wie vor vorhanden», erklärt Konstantin Schütterle, Weininger Sozialvorstand und Präsident der Alters- und Pflegeheimkommission «Im Morgen».

Sanierung des Altersheims dringend

Dies sieht auch Geroldswils Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter so. «Die Frage nach betreutem Wohnen im Alter steht immer noch im Raum. Eine Lösung muss gefunden werden», sagt sie. Wie und wann das geschehen solle, sei aber noch völlig offen.

Hofstetter bekräftigt aber nochmals den Entscheid des Geroldswiler Gemeinderates vom vergangenen Oktober. Dieser war damals aufgrund einer Umfrage zum Schluss gekommen, dass eine Denkpause einzulegen sei; eine Wiederaufnahme der Diskussion zum Thema zu einem späteren Zeitpunkt schloss er jedoch nicht aus. Eine Zusammenarbeit mit den Gemeinden rechts der Limmat steht dabei weiterhin im Vordergrund.

Weiterer Handlungsbedarf besteht zudem beim Alters- und Pflegeheim «Im Morgen» in Weiningen. Dieses hätte im Zuge der Realisierung von «Alba Vinea» saniert werden sollen. «Der Sanierungsbedarf ist nach wie vor dringen», erklärt Konstantin Schütterle. Aber: «Zuerst müssen wir ‹Alba Vinea› abschliessen.»

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