Geburtshelferin
Die Geburtshelferin der Babysitter-Kurse war eiee Allschwilerin

Margrit Mensch aus Allschwil hat vor 30 Jahren mitgeholfen, die Babysitter-Kurse des Roten Kreuzes ins Leben zu rufen.

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Margrit Mensch

Margrit Mensch

Aargauer Zeitung

Birgit Günter
Es passierte im Jahr 1979. Die Allschwilerin Margrit Mensch störte sich daran, dass die Babypflege nicht mehr zum Schulfach Hauswirtschaft gehörte. Also konzipierte sie kurzerhand mit einem befreundeten Lehrer ein entsprechendes Kursprogramm - und führte im gleichen Jahr in Allschwil die ersten Babysitter-Kurse durch mit 14-jährigen Schülerinnen.
Das läutete die Geburtsstunde der schweizweit koordinierten Rotkreuz-Babysitter-Kurse ein. Denn das Rote Kreuz übernahm ihre Kurse und Unterlagen und gab 1980, im Jahr der Familie, den ersten nationalen Kursleitfaden heraus. Seither gelten Babysitter, die einen solchen Kurs besucht haben, in der ganzen Schweiz als zuverlässig und gut ausgebildet.

Wie man Babysitter wird


Das Rote Kreuz bietet in der ganzen Schweiz Babysitter-Kurse an. Die Kurse dauern zehn Stunden; Mindestalter für die Babysitter ist 13 Jahre. Im laufenden Jahr sind insgesamt zirka 70 Kursleiterinnen beschäftigt; beim Roten Kreuz Baselland und Basel-Stadt sind es je sechs Kursleiterinnen. «Die Nachfrage ist in der Regel gross», sagt Karin Hadorn, Kommunikationsbeauftragte des Roten Kreuzes. (big)

Viele motivierte Babysitterinnen
Auch 30 Jahre später ist Mensch noch immer voller Eifer dabei und unterrichtet Babysitterinnen - und ab und zu sogar einmal einen (männlichen) Babysitter. «Die sind immer sehr engagiert», kommentiert sie, und fügt an: «Wie natürlich auch die Mädchen. Es ist toll, wie viele motivierte junge Menschen es noch gibt.»
Verändert hat sich in den 30 Jahren aber einiges: «Heute weiss man viel mehr über die Wahrnehmungen des Säuglings als früher», sagt die fünffache Grossmutter. Früher habe man ein Baby für eine Art schlafenden Menschen gehalten. «Heute weiss man, dass Babys schon von der ersten Sekunde an lernen und versuchen, mit ihrer Umgebung Kontakt aufzunehmen», erklärt sie. Darum gehe man nun mehr auf die Bedürfnisse des Kindes ein.

Am meisten Respekt haben die Babysitter aber gleichwohl noch immer vor dem Hüten eines Säuglings - weil sich dieser nicht so äussern kann wie ältere Kinder. «Jede Altersstufe hat aber ihre Tücke», mahnt Margrit Mensch. In ihren Kursen werden darum Sicherheit und Verantwortungsgefühl gross geschrieben.

Doch obwohl sie die Kurse mit dem nötigen Ernst durchführt, seien die Jugendlichen von ihr begeistert, sagt Karin Hadorn, Kommunikationsbeauftragte des Roten Kreuzes. «Ich habe selten jemanden kennengelernt, der auch im Alter noch so jugendlich ist», betont Hadorn. Wie alt Margrit Mensch genau ist, möchte diese aber nicht verraten. «Ich bin immer noch jung», entgegnet sie lachend.

Kurse für werdende Grosseltern
Die Arbeit als Ausbildnerin will sie bis auf Weiteres weiterführen. Zu den Babysitter-Kursen ist auch stets Neues hinzugekommen. Seit Kurzem gibt sie beispielsweise Kurse für werdende Grosseltern. Neu ist auch der Babysitting Plus Kurs; ein Integrationskurs für fremdsprachige Frauen. «In anderen Kulturen werden Kinder ganz anders gewickelt», berichtet Margrit Mensch fasziniert. Für einmal hat also sogar die gestandene Fachfrau noch etwas lernen können.

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