Digitales Fernsehen in der Region Grenchen
Die Flimmerkiste hat bald ausgedient

Am 18. Januar wird in der Fernsehwelt der Gemeinschaftsantennen-Anlage Region Grenchen alles neu. Die gute Nachricht: Das digitale Angebot wird in den 16 angeschlossenen Gemeinden markant grösser, bis hin zu Al Dschasira. Die schlechte: Beim analogen Angebot verschwinden elf Sender, darunter CNN und BBC.

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Solothurner Zeitung

Daniela Deck

Wer in zwei Wochen am Montagmorgen analoges Fernsehen schaut, erlebt eine unfreiwillige Horizonterweiterung. Für einmal macht sich der TV dann selbstständig und wechselt ungebeten den Sender. Die Leute, die auf dem ersten Programmplatz SF1 gespeichert haben, werden mit Tele Bilingue bedient. SF1 findet sich auf Platz acht wieder. Wer dem Fortschritt schon bis zum Digitalfernsehen gefolgt ist, sieht in diesem Moment gar nichts mehr und muss einen Sendersuchlauf starten.

Mit dieser Veränderung reagiert die Gemeinschaftsantennen-Anlage Region Grenchen (GAG) auf die rasante technische Entwicklung bei Radio und Fernsehen. Im digitalen Bereich stehen den rund 23 000 Fernseh-Abonnenten künftig über 100 Sender zur Verfügung. Dazu gehört etwa der arabische Nachrichtensender Al Dschasira, der immer wieder für Furore sorgt. «Der Kunde bekommt einen Mehrwert und das ohne eine Gebührenerhöhung», ist GAG-Geschäftsführer Kurt Hohler überzeugt.

Elf bisherige Sender nur digital

Die Umstellung erfolgt vor den Olympischen Winterspielen und vor den Sportferien. So können die TV-Fachhändler denjenigen Kunden bei der Umstellung helfen, die mit der Sendersuche oder -programmierung nicht zurecht kommen. Denn dafür ist die GAG nicht zuständig. Mit der Fernbehandlung unzähliger Fernsehmarken wäre die Kabelnetzbetreiberin überfordert.

Die Modernisierung hat eine Kehrseite, die traditionelle Fernsehzuschauer schmerzlich spüren dürften. Das analoge Angebot wird gestutzt, um dem digitalen mehr Platz zu bieten. Elf Sender verschwinden. Dazu gehören France 3, Viva, n-TV und der amerikanische Nachrichtensender CNN. «Wir haben uns schwer getan mit der Auswahl», sagt Kurt Hohler. «Aber der Trend geht in Richtung Digitalisierung.»

Teure Umstellung versüssen

Wer sich mit dieser Einschränkung nicht abfinden will, muss entweder ein Zusatzgerät zum Fernseher kaufen oder gleich einen neuen TV. Von den so genannten Settop-Boxen zur Umstellung auf Digitalfernsehen subventioniert die GAG bis Ende Februar vier Angebote. Erhältlich sind sie bei den Fachgeschäften in der Region (siehe unten). Das günstigste kostet aber auch so noch 99 Franken. «Das ist ein absoluter Hammerpreis», ist der GAG-Geschäftsführer überzeugt. «Eigentlich würde dieses Angebot mit allem drum und dran 234 Franken kosten.»

Plakatkampagne bis Ende Januar

Seit November bereitet die GAG ihre Kundschaft auf die Umstellung vor. Jeder Abonnent hat schon zwei Briefe mit Erklärungen erhalten. Ein weiterer wird diesen Donnerstag verschickt.

«Ausserdem starten wir diese Woche eine Plakatkampagne», so Kurt Hohler. Er ist zuversichtlich, dass die meisten Kundinnen und Kunden die Umstellung ohne Probleme bewältigen und das Zusatzangebot schätzen werden. In Solothurn und Umgebung hat diese Veränderung bereits stattgefunden.