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Die Feuerwehr – einst und jetzt

Schmuckstück: Madeleine Kämpf, Adrian Rothenbühler und Walter Knuchel (von links) mit der nostalgischen Feuerwehrspritze. (rsb)

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Schmuckstück: Madeleine Kämpf, Adrian Rothenbühler und Walter Knuchel (von links) mit der nostalgischen Feuerwehrspritze. (rsb)

Am letzten Wochenende der Herbstferien findet in Bätterkinden jeweils eine Ausstellung des Ortsmuseums statt. Diesmal zum Thema Feuerwehr. Ortsmuseumspräsidentin Madeleine Kämpf freute sich, dass der Anlass gut besucht war.

Rita Schneider

An beiden Ausstellungstagen herrschte in Bätterkinden ein emsiges Kommen und Gehen. «Gegen die Fernsehübertragung des Fussball-WM-Qualifikationsspiels Luxemburg - Schweiz hatten wir aber keine Chance», gab Ortsmuseumspräsidentin Madeleine Kämpf zu. Das Publikum sei am Samstagabend ausgeblieben. «Ab 18 Uhr waren wir unter uns.» Abgesehen von dieser Flaute stiess die Ausstellung aber erneut auf ein grosses Interesse.

Die Feuerwehr Untere Emme, in der die Gemeinden Bätterkinden, Wiler, Utzenstorf und Zielebach organisiert sind, markierte bereits am Eingang Präsenz. Modernste, heutigen Anforderungen entsprechende Einsatzfahrzeuge und High-Tech-Material wurden vorgeführt. Mit einer kleinen Wärmebildkamera demonstrierte Adrian Rothenbühler, Kommandant der Feuerwehr, deren Einsatz.

«Die Wärmebildkamera erkennt Temperaturabweichungen von einem halben Grad und ist deshalb multifunktionell einsetzbar», erklärte Rothenbühler. Primär gelange sie bei Bränden zur Ermittlung von allfälligen Glutnestern zum Einsatz. «Wir konnten damit auch schon ein Wespennest, das sich hinter einer Holzverschalung befand, auf den Zentimeter genau lokalisieren», so Rothenbühler. Dank dem Geräteeinsatz musste nicht die ganze Wand demontiert werden. Hauptsächlich komme dieses Gerät bei Bränden oder vermuteten Brandherden zum Einsatz, erklärte der Kommandant.

Die aktuelle Ausrüstung mutet futuristisch an. Atemmasken und Sauerstoffflaschen gehören zur Grundausrüstung der Brandbekämpfung. Wasser liefert das Tanklöschfahrzeug, nicht mehr der Löscheimer, Leitern sind aus Metall, nicht mehr aus Holz. Die Feuerwehr muss heute auch mit den Gefahren von Chemikalien umgehen können.

Der Star der Ausstellung

In der Aula wurde die Geschichte der Feuerwehr mit Bilddokumenten, dem Film über das vor 18 Jahren errichtete «Chutzefüür» und mit Gegenständen bildhaft dargestellt. Als heimlicher Star der Ausstellung entpuppte sich der über hundertjährige Spritzenwagen. Walter Knuchel hat diesen in vielen Stunden sorgfältig renoviert und damit ein Stück Feuerwehrgeschichte wiederbelebt.

Auch aus früheren Jahren stammt der Schlauchwagen, der in den Anfängen noch mit Manneskraft fortbewegt wurde. Ende der 1940er-Jahre wurde dann die erste Motorspritze angeschafft. Auch sie ist heute bloss noch ein wichtiger Zeitzeuge der früheren Feuerwehr. Dies gilt auch für die verschiedenen, den jeweiligen Zeiten entsprechenden Uniformen.

Bilder von Einsätzen gewährten einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr. Die Schilderung des Dorfbrandes zu Bätterkinden vom 21. und 22. August 1882 liess erahnen, welche Auswirkungen Feuer damals hatte und noch heute hat. Es wird von geschmolzenen Käselaiben erzählt, deren Geruch sich noch tagelang im Rest des Dorfes verbreitete. Viele Familien verloren damals Hab und Gut, der Dorfkern glich einer einzigen Brandruine. Solche Schilderungen gehen auch über hundert Jahre nach diesem Ereignis unter die Haut. Gut, dass es die Feuerwehr gibt, ist man geneigt zu sagen.

Grundsätzlich können alle selbst mit einfachen Mitteln wie Brandschutzdecke und Rauchmelder dazu beitragen, Brände im Keime zu ersticken. Dass das Spiel mit dem Feuer gefährlich ist, versucht die Feuerwehr auch an Anlässen wie etwa dem Ferienspass zu vermitteln. «Wir sind bereit», betonte Adrian Rothenbühler, «aber niemand wünscht sich einen Ernstfall. Alle können darauf verzichten.»

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