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Die fetten Jahre sind vorbei

Die Steuerfüsse der elf Bezirksgemeinden bleiben 2010 mit einer Ausnahme unverändert. Die finanzielle Situationist jedoch alles andere als entspannt.

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Steuern

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Aargauer Zeitung

Jürg Krebs

Nach aussen hin bleibt alles beim Alten: Der Gesamtsteuerfuss von Urdorf weist 2010 erneut 118 Prozent aus. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch: Bei den Finanzen ist mächtig etwas los. Die Politische Gemeinde Urdorf rechnet nämlich damit, dass sie ihr Eigenkapital von 16 Millionen Franken in den kommenden vier Jahren aufbrauchen muss und die Schulden enorm ansteigen werden. Gleichzeitig ist mit Leistungskürzungen zu rechnen.

Wie das Beispiel Urdorf zeigt, kann ein gleichbleibender Steuerfuss die effektive Lage eines Finanzhaushalts kaschieren. Tatsache ist: Auch wenn sich die Steuerfüsse 2010 im Bezirk Dietikon mit Ausnahme jenes des Hauptorts nicht verändern, kommen finanziell schwierige Jahre auf die Gemeinden zu.

Einfluss darauf hat nicht nur die Wirtschaftskrise, sondern auch ein enormer Investitionsbedarf einzelner Gemeinden. Neue Alterseinrichtungen in fast allen Gemeinden kosten die Steuerzahlenden Millionen. Die Umsetzung der Volksschulreform belastet die Kassen stark, weil Raumbedarf und Stellendotation ansteigen. Hinzu kommen manchenorts einzelne Grossprojekte wie in Dietikon die Erneuerung der historischen Liegenschaft Krone für mehrere Millionen.

Steuernachzahlungen der noch nicht weit zurückliegenden guten Jahre und neue Steuerzahlende - etwa in Schlieren - dürften sich hingegen positiv auf die Rechnung der kommenden zwei Jahre auswirken. Insgesamt muss in den nächsten Jahren da und dort trotzdem mit Steuererhöhungen gerechnet werden. Steuersenkungen auf jeden Fall, wie es sich Uitikon und Unterengstringen für 2009 leisteten, dürften kein Thema mehr sein. Kurz gesagt: Die fetten Jahre sind vorbei.

Während im letzten Jahr in Aesch und Birmensdorf die Schulgemeinde und die Politische Gemeinde Steuerprozente austauschten, um den Gesamtsteuerfuss nicht erhöhen zu müssen, machten für 2010 die Schulgemeinde und die Politische Gemeinde von Urdorf von dieser Möglichkeit Gebrauch: Es handelt sich um 2 Prozentpunkte.

Die Spanne zwischen dem Steuerfuss-Klassenprimus Uitikon (77 Prozent) und Schlusslicht Dietikon (122 Prozent) wird sich 2010 um ein Prozent verringern. Dies, weil Dietikon auf Geheiss des Kantons seinen Steuerfuss um einen Prozentpunkt senken musste; der höchstmögliche Steuerfuss wurde nämlich mit Bezug auf das kantonale Mittel auf 122 Prozent reduziert.

In Urdorf bleibt der Steuerfuss zum zweiten Mal in Folge konstant bei 118 Prozent, nachdem er jahrelang nur eine Richtung kannte: nach oben. Die Gemeinde Oberengstringen weist mit 112 Prozent den konstantesten Steuerfuss aus. Auf dieses Jahr hatten die Parteien allerdings eine vom Gemeinderat beantragte fünfprozentige Erhöhung abgeschmettert.

Die Steuergünstigsten Gemeinden halten ihren Steuerfuss alle auf Vorjahresniveau: Neben Uitikon sind dies Aesch (85 Prozent) und Oetwil (90 Prozent).