Schrebergarten
Die Familiengärten suchen junge Familien

Die Basler Familiengärtner kämpfen hart um Erhalt ihrer Gärten. Mit rund 6000 Familiengärten ist der Kanton Basel-Stadt im schweizweiten Vergleich aber gut ausgerüstet.

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Familiengärten

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Martin Töngi

Esther Jundt

Mit einer Zonenplanrevision will die Basler Regierung neue Wohnungen und Arbeitsplätze für mehrere tausend Menschen schaffen. Dazu benötigt sie Freiflächen, die im überbauten Stadtkanton kaum zur Verfügung stehen. Die Regierung richtete deshalb ihren Blick auf die Stadtränder, wo sie einige Flächen ausgemacht hat, die sie neu nutzen will. Es handelt sich hauptsächlich um Areale von Familiengärten. Rund 20 Prozent der bisherigen Familiengärten sollen aufgehoben werden, was seit der Präsentation der Zonenplanrevision im vergangenen Oktober für heftige Diskussionen sorgt. Die Familiengärtner wehren sich und lancierten zur Erhaltung der Areale eine Initiative zum «Schutz der Familiengartenareale».

Seither sind auch die Familiengärtner im Blickfeld der Öffentlichkeit. Im Stadtkanton gibt es 6000 Familiengärten, die in 40 Vereinen zusammengeschlossen sind. Der Zentralverband der Basler Familiengärten-Vereine vertritt diese in der Öffentlichkeit.

Es gebe bedeutend mehr Areale als Interessenten, hiess es kürzlich an einer Veranstaltung. Christian Schneider, Präsident des Zentralverbandes der Basler Familiengärten-Vereine, sagte auf Anfrage der bz, das stimme nicht. Die meisten Flächen seien belegt. Es gebe sogar eine Warteliste, auf der sich sowohl Schweizer wie auch Ausländer für einen Garten bewerben.

Weniger Vorschriften als früher

Es sei jedoch wünschenswert, wenn sich noch mehr jüngere Familien interessieren würden. Den Familien werde heute erlaubt, in den Gärten Kinderschwimmbäder aufzustellen. Das sei früher nicht möglich gewesen. Es gebe auch keine Pflanzvorschriften mehr. Früher sei festgelegt worden, an welchen Orten Gemüse und Blumen angepflanzt werden dürfen. Angeboten werden Gärten, die rund 200 Quadratmeter gross sind. Für Tierliebhaber gibt es auch Kleintiergärten.
Der Kanton Basel-Stadt verfügt im schweizerischen Vergleich über sehr viele Familiengärten. Attraktiv daran ist, dass die Pächter nicht lange Wege auf sich nehmen müssen, um vom Wohnort zum Garten zu fahren.

Bewerben können sich In- und Ausländer. Die Vereine würden dabei darauf achten, dass die Zahl der ausländischen Pächter gleich hoch ist wie der prozentuale Anteil der Ausländer an der gesamten Wohnbevölkerung, sagte Schneider weiter. Es gebe aber keine entsprechende Klausel. «Dies ist nirgends festgeschrieben», betonte er. Es gebe Familiengartenareale, auf denen mehr als 50 Prozent ausländische Pächter gärtnern und solche, die weit unter 30 Prozent Ausländer verzeichnen.

Speziell sei auch, dass sich ein Familiengartenareal, das Immobilien Basel gehört, auf dem Gemeindegebiet von Allschwil befindet. Weil dieses Areal ausserhalb des Stadtkantons liegt, müssen die Basler Pächter dort 400 Franken Zins bezahlen. Auf Stadtgebiet beträgt der Pachtzins 200 Franken. Zudem gibt es sogar Basler Familiengärten auf französischem Boden.

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