28 Schweizer Bergsteiger befanden sich gestern im Aufstieg vom zweiten zum dritten Hochlager auf 6100 Meter über Meer, als sie um 12 Uhr folgendes Funkgespräch erreichte:
«Urs von Kari antworten - wie weit seid ihr?»
«Kari von Urs - verstanden - wir sind ungefähr eine Stunde vor dem Gipfel, es ist hart und kalt - antworten!»
«Verstanden - das packt ihr, nicht aufgeben! Dor oben ist der Berg ein Sauhund, aber ihr schafft ihn - antworten!»
«Wir geben alles, melden uns wieder - Schluss.»
«Viel Erfolg! - Schluss.»
Dann um 13.40 Uhr der erlösende Funkspruch vom Gipfel:
«Kari von Urs - wir sind oben! - antworten.»
«Verstanden - wir gratulieren und jubeln!»

Höhen, die nichts verzeihen
Urs Hefti aus Rombach, Expeditionsleiter, hatte es also geschafft: Zusammen mit dem Dokumentationsverantwortlichen Matthias Gutman und Bergführer Claude Raillard erreichte er gestern den zweithöchsten Punkt des Pamir-Gebirges in Kirgistan. «Höhen, die einem alles abverlangen und nichts verzeihen», schreibt Tommy Dätwyler, Presseleiter der Expedition.

Etwa zeitgleich erreichten 25 weitere Bergsteiger des Teams das Hochlager 3. 2 der ursprünglich 28 hatten keinen guten Tag erwischt und mussten auf Anordnung des Expeditionsleiters Kari Kobler ins Hochlager 2 auf 5300 Metern zurückkehren, obwohl sie nur ungern aufgaben.

Noch am 1. August erkrankte ein Expeditionsmitglied akut, musste evakuiert und in die Schweiz zurückgeflogen werden. Die Rettungsaktion sei aufwändig gewesen, aber gut organisiert verlaufen, schreibt Dätwyler. So hoch oben werde der Rucksack mit jedem Höhenmeter schwerer, die Atemnot quälender und die Temperatur kälter. Dennoch konnten die medizinischen Untersuchungen für das Forschungsprojekt bisher auf allen Höhenlagen durchgeführt werden.

Die 25 Forscher, Bergführer und Testpersonen im Lager 3 (ein Drittel Aargauer) werden heute die Gipfeletappe in Angriff nehmen