Heitersberg
Die Energie der Zukunft

Auf dem Heitersberg, wo einst die erste grosse Windenergieanlage im Aargau stehen könnte, fand das erste aargauische Windfest statt.

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Windfest

Windfest

Aargauer Zeitung

Dieter Minder

«Es ist nicht so einfach, ein kleines Windrädchen zu bauen», sagt Joe Wettstein. Mit einer Schar Kinder bastelt er kleine Windrädli. Sie sind ein Symbol für das, was die Initianten einer Windenergieanlage (WEA) auf dem Heitersberg planen, eine grosse Windenergieanlage.

Damit wollen sie einen Beitrag zur ökologischen Energieversorgung leisten. Die 18-monatige Messkampagne hat gezeigt: Über den Heitersberg weht genügend Wind, damit man ein Kraftwerk betreiben kann. Ob es kommt, hängt von weiteren Abklärungen ab.

Das erste Windfest hatte der Förderverein Windenergie Aargau (FWA) organisiert. Dazu war eine Scheune in ein Informations- und Diskussionszentrum umgebaut worden. Mit Broschüren, Diagrammen, Bildern und Merkblättern mit Angaben zur Windenergie konnten sich die vielen Besucher informieren. Mitglieder des Fördervereins sowie der IG Wind plus Heitersberg, die das Projekt trägt, gaben Auskunft.

«Ich bin hier, um mich zu informieren», sagte Hans Peter Kurth, Gemeindeammann von Bellikon. In seiner Gemeinde lancierten die Ortsbürger vor etwa vier Jahren die Idee, eine WEA aufzustellen. Das Vorhaben scheiterte aber an planerischen Bedingungen.

Jetzt sind es Remetschwiler Ortsbürger um Theresia Meier-Wettstein, die eine Windenergieanlage beim Sennhof aufstellen möchten. «Es wäre die erste grosse Windenergieanlage im Aargau. Wir wollen mit ihr ein Zeichen für die regenerative Energie setzen», sagt sie.

Remetschwil könnte eine Pionierrolle, ähnlich derjenigen des baden-würtembergischen Freiamts, übernehmen. In Freiamt werden rund 14,3 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom durch Photovoltaik- und vier Windenergieanlagen erzeugt. Das sind zirka 1,5 Millionen kWh mehr, als in der Gemeinde verbraucht werden.

Der Wind und die daraus zu gewinnende Energie waren nur ein Aspekt, über den die Besucher informiert wurden. Rolf Bregenzer und seine Tochter Laura zeigten Elektrovelos. «Sie liegen absolut im Trend», sagte Rolf Bregenzer. In seinem Geschäft in Dottikon sind schon die Hälfte aller verkauften Fahrräder Elektrovelos. Nun sucht er eine Lösung für die Stromversorgung der Velos. «Ich haben bereits eine Idee für eine Photovoltaikanlage.»

Das Jugendsolarprojekt von Greenpeace stellten Samuel Steiner aus Aarau und Remco Giovanoli aus Zürich vor. Im Rahmen des Projekts werden Solaranlagen zusammen mit Jugendlichen installiert. Kollektoranlagen werden mit Jugendlichen gebaut.

«Wir haben zusammen mit einer Firma einen Selbstbausatz entwickelt.» Unter anderem wurden Anlagen in Gipf-Oberfrick und Zeihen montiert. Walter Haus, der in Kallern ein Ingenieurbüro betreibt, präsentierte Photovoltaikanlagen. Erst seit zwei Jahren beschäftigt er sich intensiv mit diesem Thema: «Wir müssen unsere Versorgung auf regenerative Energieträger umstellen.»