Eisenbahnbrücke

Die Eisenbahnbrücke ist ein Sanierungsfall

Von langer Hand vorbereitet: Die Erneuerung der 100-jährigen Bahnbrücke zeichnet sich ab.  (Bild: BA)

eisenbahnbrücke

Von langer Hand vorbereitet: Die Erneuerung der 100-jährigen Bahnbrücke zeichnet sich ab. (Bild: BA)

Für 7,8 Millionen Franken wird die Eisenbahnbrücke der Bremgarten-Dietikon-Bahn erneuert. Der Bahnverkehr bleibt von Januar bis Oktober 2011 an den Wochenenden zwischen den Bahnhöfen Bremgarten West und Bremgarten unterbrochen. Während der Bauzeit fahren Busse.

Jörg Baumann

Die elegante, 156 Meter lange Eisenbahnbrücke über die Reuss in Bremgarten gehört zu den wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde 1911/12 erbaut. Vorher studierte man verschiedene Varianten, wie man die Reuss überqueren könnte.

Zu grosses Wagnis

Man dachte vor rund 100 Jahren sogar daran, die ehrwürdige Holzbrücke aus dem Mittelalter abzubrechen und durch eine neue Steinbrücke zu ersetzen. Die Bremgarten-Dietikon wäre in diesem Fall durch die idyllische Altstadt von Bremgarten geführt worden.

Das schien den Stadtvätern schliesslich doch zu gewagt. Man entschied sich für eine neue Eisenbahnbrücke. Der renommierte Architekt Gustav Goll, 1895 bis 1900 Stadtbaumeister in Zürich, gewann den von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb mit seinem schwungvollen Brückenprojekt, das heute noch nach fast hundert Jahren immer noch zeitgemäss wirkt.

Zahn der Zeit nagt

Täglich überqueren heute 150 Züge die Eisenbahnbrücke. Sie ist auf eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern in der Stunde ausgelegt. Doch nun nagt der Zahn der Zeit an der Brücke. Ihr Zustand wurde als «schadhaft bis schlecht» eingestuft. Die Fugen an den Hauptbogen haben Schäden erlitten und beeinträchtigen zunehmend die Tragfunktion. An den Vorbogen wurden Scheitelrisse festgestellt, die durch Setzungserscheinungen verursacht wurden. Frostschäden und Abplatzungen sind an den Brückenaufbauten sichtbar. Die Tragfähigkeit der Brücke befindet sich aber noch nicht im kritischen Bereich. Doch macht den Fachleuten das Wasser zu schaffen, das am Fuss der Brücke ins Bauwerk eindringt.

Die Sanierung der Brücke wurde von langer Hand vorbereitet. Nach dem Projekt des Bauingenieurbüros ACS-Partner AG in Zürich müssen die Gleiströge und die Fahrleitungen ersetzt, eine neue Brückenentwässerung eingebaut und die beschädigten Teile der Eisenbahnbrücke geflickt und durch neue Betonelemente ausgewechselt werden.

An den Wochenenden gesperrt

Die Bauarbeiten dauern von Januar bis Oktober 2011. Gebaut wird immer am Wochenende: vom Freitag ab 20 Uhr bis zum Montag um 4.45 Uhr. In dieser Zeit muss der Bahnverkehr über die Brücke eingestellt werden. Ein Bus übernimmt die Reisenden und stellt die Verbindung zwischen den Bahnhöfen Bremgarten West und Bremgarten sicher. Der Busbetrieb über die Holzbrücke sei bewilligt, teilt die Bremgarter Bauverwaltung mit.

Die Eisenbahnbrücke ist ein kommunales Schutzobjekt. Bei der Sanierung reden folglich die kantonale Denkmalpflege, die Altstadtkommission von Bremgarten und der Stadtrat mit. Damit die Farbgestaltung und das Gesicht der Brücke festgelegt werden können, findet in diesem Herbst ein Vorversuch statt.

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