Die Demokratie hochhalten

In den Dörfern reihum werden Gemeinderäte still gewählt. Nicht so in Mühledorf. Dort sorgen zwei Parteien traditionell dafür, dass die Einwohner eine Auswahl haben.

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Christof Ramser

Auch wenn sie politisch das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne haben - wenns ums Hochhalten der Demokratie geht, machen Vreni Meyer und Ernst Wüthrich gemeinsame Sache. «Wir sind zusammengesessen und haben gesagt: Jetzt nehmen wir nochmal einen Anlauf», sagt Vreni Meyer, Gemeinde- und Parteipräsidentin der FdP. «Echte Wahlen sind immer die bessere Lösung als stille Wahlen», sagt Ernst Wüthrich, früher selbst Gemeindepräsident und Parteipräsident der örtlichen SP. Während in den Nachbargemeinden Brügglen, Tscheppach, Hessigkofen und Aetigkofen stille Wahlen stattfinden, scheint es für die Mühledorfer demnach fast ein Privileg zu sein, wählen zu können:

Zehn Kandidaten wollen am 28. Juni in den Gemeinderat - doppelt so viele, wie Sitze zu vergeben sind. Das hat in Mühledorf Tradition, weiss Wüthrich. Vor acht Jahren noch hätten sich sogar 20 Kandidaten für ein Amt im Gemeinderat beworben. «Bei uns im Dorf gabs schon immer eine lebendige Auseinandersetzung. Früher gings auch schon mal heftig zu und her. Heute ist man fast nett zueinander», sagt Wüthrich und schmunzelt.

Sitze halten, so lautet die Devise

Man habe eben immer aktive Parteiarbeit betrieben, sagt Meyer. So sei es auch mit einem gewissen Aufwand verbunden gewesen, die Kandidaten für die Liste zu finden. Aber das sei es wert: «Es ist doch demokratischer, wenn die Einwohner bestimmen können, wer über sie bestimmen soll», sagt die Gemeindepräsidentin, die sich für dieses Amt auch weiterhin zur Verfügung stellt. Übrigens unbestritten: «Sie macht ihre Sache gut, ihr Rucksack ist gut gefüllt», sagt Wüthrich. Die SP stellt keinen Anspruch aufs Präsidium. Ziel der Sozialdemokraten ist es, ihre zwei Sitze im Rat zu halten. «Das ist realistisch, mehr liegt wohl nicht drin.» Konsolidierung

heisst die Devise auch auf freisinniger Seite: «Wir möchten unsere drei Sitze verteidigen», sagt Meyer. «Wir haben gute Leute auf unserer Liste, ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt.» Die letzte Zeit im Rat sei schwierig gewesen, umfangreiche Projekte hätten unter grossem Zeitdruck aufgegleist und zu Ende gebracht werden müssen. Meyer verweist auf Umstrukturierungen im Bildungs- und Asylwesen, sowie bauliche Mängel, etwa bei den Kanalisationen oder beim Schwimmbad.

Auch wenn in Mühledorf kein lauter Wahlkampf zu erwarten ist: Spannend dürften die Gemeinderatswahlen vom 28. Juni allemal werden. Dafür haben Vreni Meyer und Ernst Wüthrich gesorgt.

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