«Die Debatte überrascht mich»

Water Siegel und Ursula Merz

Eine deutsch-schweizerische Liebe 2

Water Siegel und Ursula Merz

Paar Nummer zwei: Walter Siegel aus Köln und Ursula Merz.

«Grüezi», sagt Walter Siegel (32) aus Lenzburg. Dann setzt der gebürtige Kölner das Gespräch auf Hochdeutsch fort. Seine Frau Ursula Merz (37) und seine Töchter reden Mundart. «Vier Tage, nachdem wir uns kennen gelernt hatten, sprach ich mit ihm nur noch in meiner Muttersprache», so Ursula Merz, und Walter Siegel fügt lachend hinzu: «Damals hatte ich keine Ahnung, wie sich Schweizerdeutsch anhört.» Das war vor elf Jahren. Die beiden Musiker trafen und verliebten sich in Kanada. Es folgten fünf Jahre Fernbeziehung, dann zog Siegel in die Schweiz. Er sei mit offenen Armen empfangen worden: «Von Fremdenfeindlichkeit habe ich noch nie etwas gespürt.» Deshalb überrasche und verletze ihn die aktuelle Debatte in den Medien auch: «Es ist nicht schön, wenn die Herkunft eine Angriffsfläche darstellt.» Seine Frau sieht aber auch das Positive: «Man wird sich jetzt bewusst, dass es Unterschiede gibt. Diese Diskussion ist spannend.» Eines ist Walter Siegel indessen schon lange klar: «Wenn man hier dazugehören möchte, sollte man einfach gewisse Verhaltensregeln beachten.» (som)

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