Die Bünz wird aus dem Korsett befreit
Die Bünz wird aus ihrem Korsett befreit

Bis Ende September werden die Wasserbauarbeiten an der Bünz zwischen Hasli und Bachmatten in Muri abgeschlossen sein. Das gibt dem Fluss und damit der Natur mehr Raum.

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Die Bünz wird aus dem Korsett befreit

Die Bünz wird aus dem Korsett befreit

Eddy Schambron

Tief greift die Baggerschaufel in den schmalen Fluss. Die Uferbefestigungen, welche die Bünz hier seit rund 100 Jahren kanalisieren, sind bereits mehrheitlich herausgerissen. Die Steine werden ins Kieswerk Hubschmid AG in Nesselnbach gefahren und dort zur Weiterverwendung aufbereitet.

Auch ein erheblicher Teil der Erdarbeiten ist bereits ausgeführt; die Stellen mit den gefällten Bäumen lassen erahnen, wie sich die Natur den Raum zurückerobern wird. Das Bett des Katzbachs ist in seinem Unterlauf ebenfalls befestigt und mit Hindernissen versehen, welche die Fische nicht überwinden können. Auch hier wird renaturiert.

Neue Dynamik

Durch die Renaturierung wird der Fluss eine neue Dynamik erhalten, welche den Fischen zugutekommt. Aber auch andere Lebewesen wie Schilfrohrsänger oder der Eisvogel sollen sich entlang diesem Gewässer wieder ansiedeln. Seltene Pflanzen, etwa die Gelbe Schwertlilie, sollen so wieder gute Lebensbedingungen vorfinden.

Aber nicht nur die Natur erfährt durch die Massnahmen eine deutliche Aufwertung, sondern auch Erholungsuchende werden den abwechslungsreicheren Flusslauf schätzen. Zudem wird der Zugang zum Fluss verbessert. Sehr schön ist das bei den bereits renaturierten Bereichen der Bünz etwa in Boswil oder im Murimoos zu sehen.

340 000 Franken Kosten

Die Renaturierungsstrecke misst rund 650 Meter. Die Kosten belaufen sich auf 340 000 Franken. Die Federführung hat die Abteilung Landschaft und Gewässer, Coop trägt etwa ein Viertel der Kosten. 0,5 Prozent des Verde-Karten-Umsatzes fliessen in nachhaltige Projekte.

Eines davon ist die Renaturierung der Bünz, welche von WWF-Riverwatcher Mars Staufer aus Oberlunkhofen angestossen wurde. Den Rest teilen sich die Gemeinde Muri mit 60 Prozent und der Kanton mit 40 Prozent. Zudem wird ein Teich entstehen als Entschädigung für einen privaten Landgeber.

Ursprünglich war die Bünz in aufwändiger Arbeit wegen der Gefahr der Überflutung von Kulturland gebändigt worden. Die Hochwassersicherheit wird durch die Renaturierung nicht beeinträchtigt, wie die Fachleute versichern.

Die Abflusskapazität bleibe im neuen Bachbett erhalten. Die Entwicklung der Erosion werde kontinuierlich beobachtet, um eingreifen zu können, sollte die Sicherheit eingeschränkt werden.