Tobias Gfeller

«Der Wald hat eine riesige Lobby, aber auch eine grosse Gemeinschaft, die ihn nutzen will. Die verschiedenen Interessen gilt es unter einen Hut zu bringen», sagte Kantonsforstingenieur und Vorsteher des Amts für Wald beider Basel, Ueli Meier, zu Beginn des 4. Arlesheimer Dorfrundgangs. Es sei Aufgabe von ihm und seinen Mitarbeitern, diese Interessen unter einen Hut zu bringen. Die Qualität des Waldes sei für jeden frei verfügbar, auch wenn der Raum «Wald» beschränkt ist. Dies ergebe gezwungenermassen Konflikte zwischen den verschiedenen Nutzparteien: Auf der einen Seite ist der Mensch, der den Wald auf die unterschiedlichsten Arten geniessen möchte; auf der anderen ist die Natur und damit besonders die Tiere, deren Lebensraum es zu schützen gilt.

«Unbedingt an Regeln halten»

Um all diese unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen, erstellt das Amt für Wald einen Waldentwicklungsplan für die einzelnen Waldgebiete. Um diesen möglichst effektiv gestalten zu können, will Ueli Meier die Nutzniesser an einen Tisch holen und somit selbst einen Beitrag zur Diskussion leisten. «Oberstes Ziel», so Meier, «ist die optimale Entwicklung des Waldes.» Der Plan soll noch in diesem Jahr in Kraft treten. Darin eine wichtige Stellung einnehmen werden die Mountainbiker. Um sie drehten sich in den letzten Monaten teils emotionale Dispute.

Wildtierhüter Darius Weber entkräftet aber die Vermutung, wonach Biker für die Wildtiere störender seien als der normale Spaziergänger. «Der Mensch beeinträchtigt das Leben der Tiere im Wald immer.»

Der Interessenvertreter der «Bikerlobby», Christoph Jenzer, kritisierte den Schilderwald, der zur aktuellen Situation nicht mehr passen würde. «Gäbe es in jeder Gemeinde einen ‹Singletrail› für Biker, würden die Konflikte mit Wanderern abnehmen.» Gegen einen Trail wehren sich vor allem die Bürgergemeinden von Münchenstein und Arlesheim.

Die Idee von Jenzer, den Bannweg zwischen den beiden Gemeinden als Singletrail auszuschreiben, fand bisher wenig Anklang. Die vielen Fahrverbotsschilder halten die Biker nicht mehr davon ab, durchzufahren. Jenzer schlägt vor: «Die Mountainbiker muss man wie Hunde erziehen: Belohnungen statt Strafe und Befehle würden den aktuellen Konflikt entschärfen. Aber eins ist klar, auch bei uns gibt es schwarze Schafe, die es mit ihrem Fahrstil übertreiben.»