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Die Bibliothek lässt «onleihen»

Leseratten, Musikfreaks, Zeitungsleser und Filmfans können ab sofort von ihrer Bibliothek im Dorf oder in der Stadt Hörbücher, Romane, Comics, Filme und Musik herunterladen.

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Urs

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Regina Erb

Gestern morgen wurden Bibliothekarinnen, Medien- und Gemeindevertreter und Politiker in Oberwil über das Projekt Lesen, Hören oder Zuschauen via Internet informiert. Im Kurztext bedeutet dies: Die Gemeindebibliothek ist digital. Dieser Service und das Label kam auf Anregung der Kantonsbibliothek Baselland (KBL) zustande und diese kreierte das Label «e-kbl». Marc Joset, Präsident des Vereins Bibliotheken Nordwestschweiz schlug die Einführung eines digitalen Angebotes in den Baselbieter Gemeindebibliotheken vor. Er stiess auf Gegenliebe, und zurzeit machen 18 Bibliotheken, darunter auch Breitenbach im Schwarzbubenland, an diesem Projekt mit. In der Kantonsbibliothek in Liestal sind bereits 7500 Bücher, Hörbücher, Zeitungen und Zeitschriften sowie Filme und Musiktitel als digitale Dateien zum Herunterladen bereit. Inzwischen spricht man auch von der «Onleihe».

Dem Auftrag nachgekommen

Der Verein Bibliotheken Nordwestschweiz hat mit seinem neuesten Coup einige seiner Ziele erfüllt. Es besteht ein attraktives Angebot für Benutzer der Bibliotheken, die Bibliotheken treten der Öffentlichkeit gegenüber einheitlich auf und gleichzeitig wird die kulturpolitische Zusammenarbeit in der Region gefördert. Weil jedoch der Kanton Basel-Stadt beim Bibliothekspass Nordwestschweiz nicht mitmachen wollte, bleibt dieses Projekt noch pendent, betonte Marc Joset.

40 000 Benutzer haben Zugang

Gerhard Matter von der KBL eröffnete, dass rund 40 000 Benutzer aller öffentlichen Bibliotheken jetzt Zugang zum e-KBL-Angebot und zum gemeindeeigenen Sortiment haben. Zum digitalen Lesen oder Hören sind bereits auch hochwertige e-books und die dazu notwendigen Lesegeräte im Verkauf. Und so kann ein Urlauber in Australien ohne weiteres, aus der Gemeindebibliothek «Ueli der Pächter» via Internet herunterladen.

«Die Bibliotheken erfahren übrigens keinen Benutzerrückgang, im Gegenteil: Die Leute werden durch das digitale Sortiment auch auf die gedruckten Werke aufmerksam und greifen deshalb zunehmend zu den Printerzeugnissen. Die konsequente Leseoffensive trägt bestimmt bald Früchte», sagte der Baselbieter Regierungspräsident Urs Wüthrich in der Oberwiler Bibliothek. Das e-kbl-Angebot wird laufend ausgebaut, pro Jahr kommen 800 bis 1000 neue Titel dazu. Die Preise für ebooks sind übrigens in etwa gleich hoch wie die des gedruckten Buches.

Mit Flyern, welche demnächst in alle Haushaltungen gelangen, wird über das neue Bibliotheken-Angebot informiert.

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