Barbara Vogt

Gemeindeammann Thomas Häfliger arbeitet in Sursee, nur gerade zehn Minuten von seiner Wohngemeinde entfernt. «Jeder Zweite fragt mich dort, wo Schmiedrued-Walde liege», sagt er. «Wir sind ja nicht einmal im ganzen Aargau bekannt. Wer weiss schon, dass es zwischen dem Wynen- und Suhrental noch ein Tal gibt?»

Das soll sich ändern: Der Gemeinderat will die Wohnbauförderung vorantreiben – ein Ziel, das er sich kürzlich an einer Klausurtagung für diese Legislaturperiode erarbeitet hat. Mit Plakaten wie «Wohne Sie guet» will die Gemeinde auf sich aufmerksam machen. In den nächsten Tagen werden diese im Dorf aufgehängt. «Durchreisende können sich daran orientieren – und sie erleben gleich, wie schön es bei uns ist», wirbt Häfliger. «Wir haben ein tolles Naherholungsgebiet und sind nebelfrei!» Mit dieser originellen Plakat-Aktion erhofft sich der Gemeinderat Neuzuzüger. Dafür ist er gewappnet: Am Höhenweg wurden 7000 Quadratmeter Bauland ausgeschieden. Das ergibt rund zwölf Parzellen. Die Bau- und Nutzungsrevision muss nur noch vom Kanton bewilligt werden.

«Wir sind zu arm, um als Bauherren aufzutreten»

«Wir werden das Land erwerben, erschliessen und günstig verkaufen», so Thomas Häfliger, der selbst in der Immobilienbranche tätig ist. Sprich: 200 Franken pro Quadratmeter. Wird die Gemeinde zum Investor? «Nein, im Gegenteil», so der Gemeindeammann. «Wir sind zu arm, um als Bauherren aufzutreten.» Vielmehr möchte die Behörde Spekulationen vorbeugen. Und Anreize für künftige Wohnbaugenossenschaften schaffen.

Denn Häfliger wünscht sich mehr Einfamilienhäuser und Mietwohnungen in seiner Wohngemeinde. Mit der Gründung solcher Genossenschaften könnten Neubauten erstellt werden. Der Gemeinderat würde ein Grundstück suchen und das Projekt aufgleisen. Danach würde er das Ganze der Wohnbaugenossenschaft übergeben. Grössenwahnsinnig sei Schmiedrued nicht, aber in der Gemeinde gebe es zu wenig Mehrfamilienhäuser. «Junge Menschen, die ausziehen, suchen oft vergeblich nach einer Wohnung und müssen woanders wohnen gehen.» Auch habe man zu wenig Alterswohnungen: Ältere Menschen zögen von ihrem Haus gleich ins Altersheim. Manche würden gerne in einer kleineren Wohnung in Schmiedrued wohnen bleiben.

Bald eine Buslinie zwischen Schmiedrued und Sursee?

In seiner Klausurtagung hat der Gemeinderat Schmiedrued weitere Ziele erarbeitet. Unter anderem möchte er das kulturelle Leben in der Gemeinde fördern. Man habe ein vielseitiges Vereinsleben. Das sei gut, doch wäre es schön, noch mehr kulturelle Anlässe wie Theater oder Konzerte zu haben. Der Gemeinderat plant die Gründung einer Kulturkommission – die Federführung würde aber bei der Kommission und nicht beim Rat
liegen. Ein wichtiges Ziel ist der öffentliche Verkehr. Man arbeitet weiter darauf hin, eine Buslinie zwischen Schmiedrued und Sursee zu schaffen. «Das ist ein Bedürfnis der Bevölkerung. Gäbe es keine Kantonsgrenze, so
bestünde die Buslinie längst», ist der Gemeindeammann überzeugt. Doch lege der Kantönligeist diesem Wunsch gehörig Steine in den Weg. «Wir bleiben dran, auch wenn das Projekt ambitiös ist.»