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Die Angst vor dem unfassbaren Gegner

Es gibt sie, die Gegner des Zusammenschlusses von Baden mit Neuenhof, doch sie geben sich nicht zu erkennen: Das war die Hauptsorge an einer Podiumsdiskussion im «Amtshimmel».

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Die Angst vor dem unfassbaren Gegner

Die Angst vor dem unfassbaren Gegner

Andreas Tschopp

«Die Verlustangst ist das grösste Problem bei einem Gemeindezusammenschluss», sagte am Montagabend an der von der Grünliberalen Partei (GLP) organisierten Podiumsdiskussion zum Zusammenschluss Baden-Neuenhof Stefan Sägesser. Er sprach damit seine Erfahrung an aus der (mittlerweile vollzogenen) Fusion der Stadt Luzern mit Littau.

Diese wurde im Juni 2007 von den Stimmberechtigten gutgeheissen. Das Resultat fiel mit gut 52 (Luzern) bzw. 54% (Littau) Ja sehr knapp aus, obwohl sich im Vorfeld fast alle Parteien (nur die SVP Littau war dagegen) und Organisationen klar dafür ausgesprochen hatten.

Vor derselben Situation steht man heute in Baden, wo sich nur die SVP offiziell gegen den Zusammenschluss mit Neuenhof ausgesprochen hat, aber nicht offen dafür eintritt. Dies musste die GLP bei der Organisation (die Gegner wollten nicht aufs Podium) wie auch am von rund 30 Personen besuchten Anlass selber erfahren. Die Befürworter blieben dabei unter sich – und mit ihren Sorgen bezüglich der unfassbaren Gegnerschaft allein.

Schibli: «Wir sind guten Mutes»

Dies war denn auch Hauptthema bei der Diskussion. Eine Votantin sprach direkt das «schlechte Bauchgefühl» an in ihrer Familie, wo sie von ihrem Sohn zu hören bekomme: «Wir brauchen Neuenhof nicht.» Der Neuenhofer Gemeinderat Daniel Schibli bestätigte, dass die ablehnende Haltung bei jüngeren Stimmberechtigten verbreitet sei. «Wir müssen das mit Sorge zur Kenntnis nehmen», meinte Schibli. Es gelte, dem mit Fakten entgegenzutreten, so der Neuenhofer Gemeinderat, der betonte: «Wir sind guten Mutes.»

Attiger: «Bleiben Kleinstadt»

«Ich wurde zuerst auch nicht ganz warm für Neuenhof», erklärte GLP-Einwohnerrätin Isabelle Wanner. Nach näherer Betrachtung sehe sie nun im Zusammenschluss eine «Familie, die zusammengehört, auch wenn nicht immer alle Mitglieder einer Meinung sind». Baden als «Familienoberhaupt» seinerseits brauche Neuenhof zur Entwicklung. Auch Stadtammann Stephan Attiger wies auf diesen Aspekt hin, betonte aber: «Baden bleibt eine Kleinstadt.»

Dazu ergänzte Schibli: «Baden bringt die Marke, die uns fehlt, wir den Raum mit.» Weiter hob Attiger hervor: «Machen wir jetzt den Schritt aus Überzeugung, dass es nicht der letzte sein wird.» Dies gelte es hinauszutragen, meinte GLP-Einwohnerrat Sander Mallien und betonte: «Helfen Sie mit, dass die Fusion am 13. Juni zustande kommt.»