Dino Nodari

Mehr Lohn für die gleiche Arbeit. Sekundarlehrer auf dem Mutschellen und im Kelleramt werden von der Sekundarschule Obfelden-Ottenbach gezielt angeschrieben und mit einer mehrseitigen Broschüre eingeladen, sich zu bewerben. «Das ist die Höhe, ich bin schockiert», meint der Kellerämter Schulleiter Wädi Koch. An seiner Schule wurden alle neun Klassenlehrer der Sekundarstufe angeschrieben. Koch wertet dieses Gebaren als Angriff und ist bei Regierungsrat Alex Hürzeler vorstellig geworden.

Gerade an der Kantonsgrenze zu Zürich seien die Schulen dem Lohndruck ausgesetzt. Schulleiter Koch will von Alex Hürzeler wissen, wie er reagieren soll und er fordert den Regierungsrat auf, mit seiner Zürcher Amtskollegin Regine Aeppli Kontakt aufzunehmen. «Diese Art der Abwerbung führt zu Spannungen im Lehrkörper», ist Wädi Koch überzeugt.

Einer der auf dem Mutschellen angeschriebenen Lehrer ist Thomas Leitch. Auch er hat so eine gezielte Abwerbung noch nie erlebt. «Das ist nicht die feine Art», ist er überzeugt. Der langjährige Sekundarlehrer fühlt sich nicht besonders geschmeichelt. «Man durchschaut, wenn einem Honig ums Maul geschmiert wird.» Für die Rekrutierung gäbe es keine Kriterien, es seien einfach Klassenlehrer, die auf der Homepage der Schule stehen, angeschrieben worden.