Reche
Dicke Post für Kanton

Mitte Juli soll im Waldhaus das traditionelle Recherswiler Waldfest stattfinden. Auf ein Bewilligungsgesuch hat die Gemeinde bis anhin keine Antwort erhalten. Grund genug für den Gemeinderat, eine Aufsichtsbeschwerde beim Kanton einzureichen.

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Wald

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Solothurner Zeitung

Gaudenz Oetterli

Es ist ein happiger Vorwurf, der die Gemeinde Recherswil Jürg Froelicher macht. Der Chef des Amtes für Wald, Jagd und Fischerei soll bewusst ein Bewilligungsverfahren verzögern und einen Anlass verunmöglichen. Dies geht aus der Aufsichtsbeschwerde heraus, die der Gemeinderat verabschiedete und gestern an Regierungsrätin Esther Gassler verschickte.

«Wir sahen uns zu dem Beschluss genötigt, weil Jürg Froelicher im Bewilligungsverfahren für das Waldfest in Recherswil die Zusammenarbeit verweigert», so Arnold Stotzer, Gemeindepräsident von Recherswil. «Wir haben bereits Anfang Jahr ein Gesuch eingereicht. Dieses wurde ohne Verfügung abgelehnt.» Also habe die Gemeinde keine Einsprache gegen den Entscheid machen können.

Weniger ist oft mehr...

In der Beschwerde führt Recherswil ebenso aus, dass Jürg Froelicher weder auf Anrufe des Präsidenten des Organisationskomitees, noch auf eine Email des Gemeindepräsidenten reagiert habe. Die Probleme der elektronischen Kommunikation dürften schnell erkannt sein. Schreibt doch Stotzer den Namen des Chefbeamten in der Beschwerde fälschlicherweise konsequent mit H anstatt ohne. Ein Versuch dieser Zeitung, wo im digitalen Äther ein Mail mit dieser falschen Schreibweise hin verschwindet, blieb rückmeldungs-, fehlermeldungs- und ergebnislos.

Das Aus für das Waldfest?

Doch auch der zweite Test, Jürg Froelicher telefonisch zu erreichen, scheiterte. Der weilte an einer Generalversammlung. Auskunft geben beim kantonalen Amt konnte der technische Sachbearbeiter Florian Stebler. Er ist für das Geschäft zuständig und zeigte sich überrascht über das harsche Vorgehen der Gemeinde. «Das Bewilligungs-Gesuch wurde am 5. Mai beim Amt für Raumplanung eingereicht. Also dauerte es rund zwei Tage, bis es bei uns war.» Danach sei es üblich, dass das Verfahren zwei Monate dauert. «Diese Zeit ist noch nicht vorbei. Momentan sei gerade die Vernehmlassung bei Waldeigentümerin und Jagdgesellschaft abgeschlossen worden.»

Ob die Beschwerde gegen Jürg Froelicher bis zum Waldfest am 17. bis 19. Juli abgeschossen sein wird, ist zu bezweifeln. Arnold Stotzer hofft nun auf eine Intervention von Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler.