Klammeraffe
Dicha - Die haarige Heldin

Der Zoo Basel kann sich über die Geburt eines Klammeraffen-Babys freuen. Die entkräftete Mutter Quilimari war jedoch nicht in der Lage, sich um das Neugeborene zu kümmern. Heldenhaft übernahm ihre jungerwachsene Tochter Dicha die Mutterrolle.

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Pressedienst

Zufrieden sitzt Quilimari (16) heute im Klammeraffengehege im Zoo Basel und säugt ihr Kind. Nichts lässt erahnen, dass die beiden eine schwierige Zeit durchgemacht haben. Bereits im März 2009 hatte Quilimari eine schwere Geburt. Das Kind kam tot zur Welt. Bald darauf wurde die erfahrene Mutter, welche schon zwei Kinder aufgezogen hatte, erneut trächtig. In der Zeit vor dem errechneten Geburtstermin - die Tragzeit bei Klammeraffen beträgt etwa siebeneinhalb Monate - wurde Quilimari dann zunehmend ruhiger und lag meist schläfrig herum. Als sie auch die Nahrung verweigerte und von heftigen Bauchkontraktionen geplagt wurde, begann man sich Sorgen zu machen. Gross war dann die Erleichterung, als der Tierpfleger am frühen Morgen des 17. Dezember die Spuren einer Geburt vorfand und eine Mutter, die zwar lebte doch völlig entkräftet war. Wo aber befand sich das Kind? Was im Halbdunkel der Rückzugsbox nicht sicher gesehen werden konnte, bestätigte sich dann bei Tagesanbruch: Das Neugeborene klammerte sich am Körper seiner jungerwachsenen Schwester Dicha (3) fest. Diese trug es sehr sorgsam und hielt sich stets in unmittelbarer Nähe der meist schlafenden Mutter auf.

Während es den Tierärzten und Pflegern gelang, Mutter Quilimari langsam wieder zu Kräften zu bringen, wuchs zunehmend die Sorge um das Junge. Dieses zeigte mit seinem gesunden Klammerreflex, dass es bestens bei Kräften war. Doch von wem wurde es ernährt? Woher bekam es seine Milch? Nach drei Tagen erst wurde es ein erstes Mal am Körper seiner Mutter gesehen und da tatsächlich auch an der nährenden Brust. Getragen wurde es aber über einen weiteren Tag von der tapferen Dicha.

Ob die rührende Hilfeleistung der jungen Dicha ein willentlicher Akt war oder mehr ein spielerisches Ausprobieren in der sich ergebenden Gelegenheit, muss Spekulation bleiben. Bei Klammeraffen kann immer wieder beobachtet werden, dass in einer gewachsenen Gruppe mit hohem sozialem Zusammenhalt die Kinder von verschiedenen Weibchen getragen werden. Für spannende Beobachtungen bei dieser verspielten Affenart im Zoo Basel ist in nächster Zeit auf jeden Fall gesorgt. Und Dicha - ihr Name bedeutet „die Hübsche" - darf mit Recht als die hübsche Heldin gefeiert werden.

Im Moment sind im Zoo Basel gleich drei Klammeraffenkinder zu sehen. Florita (1) und Guapo (1/2) sausen spielend über den Boden und toben an den Seilen herum. Das Kind von Quilimari fühlt sich noch am wohlsten an Mutters Bauch. Sobald bekannt ist, ob es ein Weibchen oder ein Männchen ist, wird es einen Namen erhalten.