Lukas Schumacher

Seit fünf Monaten verkehren die ersten der 14 bestellten «Diamanten» auf der Strecke zwischen Wohlen und Dietikon fahrplanmässig. Die schnittigen neuen Züge bestechen optisch. Auch punkto Komfort lassen sie kaum Wünsche offen.

«Das Reisen ist sehr bequem», bestätigt ein regelmässiger Bahnkunde aus Bremgarten, «die Pünktlichkeit der Diamanten hingegen ist mangelhaft.» Mehrfach sei es zu Verspätungen von wenigen Minuten gekommen. Dreimal habe er deswegen Anschlusszüge verpasst.

Gelegentlich steht eines der neuen, 6 Millionen Franken teuren Fahrzeuge irgendwo auf der Strecke bockstill. Das deutet darauf hin, dass die Pannenanfälligkeit der «Diamanten» überdurchschnittlich hoch sein muss.

«Alles in allem zufrieden»

Peter Baumann, Leiter Technik bei der BDWM Transport AG, weist den Vorwurf der Pannenanfälligkeit zurück: «Das trifft nicht zu. Im Vergleich zu anderen Privatbahnen, die neue Triebzüge einsetzen, haben wir wenig Scherereien.

Die erste Zwischenbilanz der Diamanten fällt alles in allem zufriedenstellend aus.» So habe man beispielsweise keinerlei Probleme mit den Klimaanlagen, die als mögliche Schwachpunkte galten.

Die leichten Verspätungen führt Baumann auf den dichten Fahrplan und auf das noch nicht gänzlich optimierte Gesamtpaket «Lokführer, neue Zugsicherung, neue Triebzüge» zurück. Das neue Zugssicherungssystem ZSI 127, mit dem die ganze Bahnstrecke letztes Jahr ausgerüstet wurde, erhöht die Betriebssicherheit enorm.

Das System kontrolliert dauernd die Geschwindigkeit, verhindert aber auch, dass Lokführer einen leichten Rückstand auf den Fahrplan wettmachen können.

«Zu wenig Strom»

Als Hauptursache der noch nicht perfekten Betriebsintegration der «Diamanten» vermutet Peter Baumann Stromprobleme. Insbesondere wenn zwei lange Doppeltraktionszüge auf der Strecke seien, mangle es «an Strom». Daher benötige die Bahn mehr Strom-Gleichrichter.

Vier Gleichrichter sind auf der Bahnstrecke installiert, ein weiterer wird bei der neuen Haltestelle Heinrüti in Widen montiert. Zudem ist zur Verstärkung je ein zusätzlicher Gleichrichter in Wohlen und Dietikon geplant.