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Deutschprüfung für Taxifahrer

Der Gewerbeverband klagt über mangelhaften Service bei Basler Taxis. Nun kämpft Regierungsrat Hanspeter Gass gegen schlechte Deutschkenntnisse der Taxifahrer an. Wer eine neue Bewilligung will, muss ein Sprachzertifikat vorlegen.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Rolf Zenklusen

Reklamationen über den Service der Basler Taxis sind in letzter Zeit immer wieder beim Gewerbeverband Basel-Stadt deponiert worden. «Vor allem vor dem Bahnhof SBB gibt es Probleme», sagt Petra Studer, Bereichsleiterin Politik beim Gewerbeverband. Taxikunden seien auf Chauffeure mit mangelhaften Deutsch- oder Ortskenntnissen getroffen. Studer weiss auch von Klagen wegen Taxifahrern, die den höchst möglichen Tarif berechnet und die Kunden nicht auf Rabatte aufmerksam gemacht haben.

Peter Haas, Geschäftsleiter beim 44er-Taxi, kennt die Branche und die Probleme am Bahnhof SBB. Tatsächlich würden dort Firmen auftreten, die keinen Kundenstamm haben und sich auf Laufkundschaft konzentrieren. Um die Konzession behalten zu können, würden sie «Alibi-Einsatzzentralen» betreiben. Bei diesen Firmen - im Gewerbe als «Wilde» bekannt - seien in «Einzelfällen» ungepflegte Chauffeure mit schmutzigen Taxis gefahren. Und es habe Probleme mit Sprach- und Ortskenntnissen einiger weniger Fahrer gegeben.

Zulassungsreglement verschärft

Haas betont jedoch, das Taxigeschäft am Bahnhof SBB sei nur ein «sehr, sehr kleiner Teil» des Kuchens. Innerhalb dieses klitzekleinen Marktes gebe es wenige schwarze Schafe. «Die etablierten Firmen haben keine Probleme mit dem Service. Sonst würden sie schliesslich zum Beispiel keine Aufträge mehr bekommen von renommierten Hotels.»

Der Basler Regierungsrat Hanspeter Gass, Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartementes (JSD), hat Anfang Jahr das Zulassungsreglement für Taxichauffeure verschärft. Wer heute eine neue Bewilligung als Taxifahrer möchte, muss das Sprachzertifikat B 1 in Deutsch vorweisen. Das Zertifikat gilt unter anderem als Voraussetzung zum Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft und beweist, dass man die deutsche Sprache kompetent in vielen Situationen des täglichen Lebens einsetzen kann.

Beat Loosli, Chef des Dienstes für Verkehrszulassung und Sanktionen im Justiz- und Sicherheitsdepartement Basel-Stadt (JSD) und Präsident der basel-städtischen Taxifachkommission, ist überzeugt, dass «nur noch Leute als Taxifahrer anfangen können, die der deutschen Sprache mächtig sind». Nicht gelöst sind damit die Probleme mit mangelnden Sprachkenntnissen der bisherigen Taxifahrer: Die Konzessionen sind unbefristet gültig.

50 haben Konzession verloren

Auch Peter Haas von den 44er-Taxis begrüsst das Sprachzertifikat. Weitere Einschränkungen für das Taxigewerbe seien aber nicht nötig: «Es genügt, wenn der Staat jetzt für die Einhaltung des Taxigesetzes und der Taxiverordnung sorgt.»

Dank des Taxibüros im Polizeiposten Clara, besetzt durch Wachtmeister Astrid Fritz, habe sich vieles gebessert. Taxihalter, die zum Beispiel hoch verschuldet sind oder wiederholt zu schnell fuhren, hätten ihre Konzession verloren. «In den letzten zwei Jahren haben wir 50 Konzessionen entzogen oder sie wurden freiwillig zurückgegeben», bestätigt Loosli.