In grösster Seenot hatte Arne Murke einen Einfall, der ihm das Leben rettete. Die Rettung des Deutschen in Neuseeland sorgt für Aufsehen.

  • In der vergangenen Woche war Murke mit seinem Bruder an der Südküste Neuseelands mit einer Yacht unterwegs, die das Duo von Auckland nach Brasilien bringen wollte. (New Zealand Herald)
  • Dabei ging Murke über Bord, und geriet in den Wogen des Ozeans in Lebensgefahr – sein Bruder versuchte ihn zu retten, konnte den jungen Mann jedoch nicht erreichen.

Gegenüber dem «New Zealand Herald» berichtet Murke: «Ich wurde für ein oder zwei Sekunden im Wasser neben dem Boot hergezogen, aber dann löste sich das Seil zum Glück, und ich schwamm ohne Schwimmweste im Wasser. Nur mein T-Shirt, meine Jeans, das war alles.»

Es folgten dramatische Szenen: Sein Bruder warf dem 30-Jährigen eine Rettungsweste hinterher, doch die bekam Murke nicht zu fassen. Das Boot zum in Seenot steckenden Bruder zurücksteuern? Nicht möglich. Das verhinderte ein Motorschaden der 12-Meter-Yacht.

Doch Murke hatte einen Einfall, der ihm schliesslich das Leben retten sollte. Der Norddeutsche erinnerte sich nämlich an eine Technik, die er sich von der US-Elite-Kampfeinheit Navy Seals abgeschaut hatte: «Ich atmete tief durch, zog meine Jeans aus, machte Knoten am Ende der Beine und blies die Jeans auf. Ich zog sie über Wasser und bekam Luft hinein und schob sie dann unter Wasser – ich hatte eine improvisierte Schwimmweste.»

Zweieinhalb Stunden musste Murke so auf offener See ausharren – doch dann kam die Rettung in Form der alarmierten Küstenwache.

Ein Video der örtlichen Küstenwache zeigt, wie Murke mit seiner improvisierten Schwimmweste von Rettungskräften in den sicheren Helikopter gezogen wird.

«Glücklicherweise kannte ich den Trick mit der Jeans. Ohne die Jeans wäre ich heute nicht hier, sie waren wirklich das, was mich gerettet hat.»

Die Stunden auf See müssen nervenaufreibend gewesen sein. Murke erinnert sich: «Als ich im Wasser war, dachte ich nur, dass ich meine Tochter nicht ohne Vater zurücklassen kann. Das war die grösste Motivation.» Und weiter: «Das Wasser brach über mich herein, und es wurde kalt. Meine Beine begannen zu zittern. Ich musste die Jeans wieder aufpumpen, weil sie ein wenig Luft verlor, sie war irgendwie verdreht.»

So geht der «Navy-Seal-Trick»

Das Seenot-Erlebnis hat der erfahrene Seemann bestens verdaut, laut «New Zealand Herald» plant er bereits das nächste Abenteuer: «Ich kenne das Risiko, aber ich habe keine Angst davor. Ich werde in Zukunft nur super vorsichtig sein. Ich würde niemals sagen, dass ich nicht mehr aufs Meer gehen werde oder dass ich zu viel Angst hätte.»

(pb)