Strassenumfrage
Deutsche fühlen sich nicht willkommen – wir haben Komplimente gesammelt

Michelle Fontijne hat in ihrer Masterarbeit die Situation der Deutschen in der Schweiz und in den Niederlanden verglichen. Das Resultat: Viele fühlen sich hier nicht willkommen. Wir haben deshalb Passanten gebeten, Komplimente auszusprechen.

Dominic Kobelt
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Laut Umfrage fühlt sich mehr als jeder fünfte in der Schweiz lebende Deutsche nicht willkommen. Zum Beispiel gaben sie an, ihnen sei wegen ihrer Nationalität schon einmal eine Anstellung verweigert worden (14 Prozent), sie hätten ein Haus oder eine Wohnung nicht kaufen oder mieten dürfen (18 Prozent), oder die Nachbarn hätten ihnen das Leben schwer gemacht (17 Prozent). Rund 700 Personen haben teilgenommen.

Die Analyse des Fragenkatalogs zur Diskriminierung im Alltag hat ergeben, dass die Deutschen in den Niederlanden im Vergleich zu denjenigen in der Schweiz signifikant weniger Diskriminierung im Alltag erfahren. Auch am Arbeitsplatz nehmen die Deutschen in der Schweiz eine höhere Diskriminierung wahr als ihre niederländischen Kollegen.

Die Autorin führt dies auf «die Konkurrenzsituation um Arbeitsplätze sowie eine gewünschte Abgrenzung der nationalen Identität aufgrund der Ähnlichkeit zu Deutschen» zurück. Weiter schreibt Fontijne: «Der Narzissmus der kleinen Unterschiede bezüglich der Sprache, die ungleiche Anzahl Deutscher in den beiden Ländern sowie andere Immigranten werden als Gründe für den unterschiedlichen Grad an Diskriminierung betrachtet.»

Willkommen, liebe Deutsche

Dass sich die Deutschen bei uns diskriminiert fühlen, ist doch sehr schade. Unser Video-Team hat sich deshalb auf den Weg gemacht und Komplimente für unsere deutschen Freunde gesammelt. Das Resultat sehen Sie im Video.