Lohn

Details der Lohnerhöhung klar

Nun ist klar, wer wie viel vom Lohnsummenwachstum 2010 von durchschnittlich einem Prozent profitiert: Für Kantonsangestellte gibts generell 0,3 Prozent. Lehrer erhalten mindestens 0,5 Prozent mehr Lohn.

Samuel Thomi

Über alles gesehen steigt die kantonale Lohnsumme im nächsten Jahr um ein Prozent. Das beschloss unlängst der Grosse Rat mit dem Voranschlag fürs nächste Jahr. Nun hat der Regierungsrat definiert, wer im Detail wie viel davon profitieren soll. Die Kantonsangestellten erhalten demnach eine generelle Lohnerhöhung von 0,3 Prozent. Weitere 0,7 Prozent der Lohnsumme werden individuell und leistungsbezogen verteilt. Mit der generellen Lohnerhöhung würden einerseits Mehrbelastungen des Kantonspersonals wegen höherer Beiträge an die Pensionskasse ausgeglichen, so die Regierung.

Die mit 0,5 Prozent vergleichsweise höher ausfallende generelle Lohnerhöhung der Lehrkräfte begründet die Regierung ebenfalls mit dem anteilsmässigen Ausgleich bereits seit 2005 gestiegener Beiträge an die Pensionskasse BLVK. Bei den Lehrkräften treten die Lohnerhöhungen allerdings erst auf das neue Schuljahr in Kraft.

Die je hälftige Gehaltserhöhung der Lehrkräfte im Gegensatz zur 0,3/0,7-Prozent-Lösung für Kantonsangestellte hat für den Regierungsrat aber noch einen anderen «praktischen» Grund: Weil es einerseits bei den Lehrern bisher keine individuelle Leistungs- respektive Verhaltensbeurteilung gibt und sich anderseits eine andere Aufteilung der Lohnerhöhung nicht auf ganze Gehaltsstufen aufteilen liesse.

«Gute Lösung» für Lehrerverband

Die Reaktionen der grossen Sozialpartner fallen entsprechend gemässigt aus. Matthias Burkhalter, Sekretär des Staatspersonalverbandes, kommentiert, er könne mit der Umsetzung des Lohnsummenwachstums «durchaus leben». Allerdings seien damit höchstens noch Aufstiege von zwei Gehaltsklassen möglich; «bis zu zehn wären aber nötig», so Burkhalter. Auch wenn am Anfang der Lohnverhandlungen höhere Forderungen im Raum standen, bewege sich Bern nun «durchaus in der Grössenordnung vergleichbarer Grossunternehmen.»

Lehrerseits kommentiert LEBE-Mediensprecher Michael Gerber das Ergebnis mit «zufrieden und auch wiederum nicht». Die Verteilung des Lohnsummenwachstums auf die Lehrerinnen und Lehrer entspreche den LEBE-Vorstellungen; «die Summe dagegen nicht.» Wenn der Regierungsrat den generellen Lohnanstieg als Entschädigung für steigende BLVK-Beiträge «verkaufe», sei dies das eine. Weil die Krankenkassen-Prämien aber ebenso ansteigen würden und sie nicht in die Teuerung eingerechnet sind, entspreche dies in etwa deren Anstieg. «So haben wir eine faire Lösung von der auch alle Lehrer profitieren.»

«Enttäuscht» vom Regierungsrat zeigt sich einzig die Gewerkschaft VPOD. «Mit seinem Entscheid nimmt der Regierungsrat erhebliche Kaufkraftverluste beim Personal in Kauf.» Laut VPOD hätte dies nur durch einen vollumfänglichen generellen Lohnanstieg vermieden werden können.

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