Säuliämtler Fahrturnier im Affoltemer Tannholz

Derniere mit grossem Publikumserfolg

Auf der Ehrenrunde: Die Teilnehmer vom Bockwagen-Rennen, der spektakulären «Königsdisziplin». (Bilder Thomas Stöckli)

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Auf der Ehrenrunde: Die Teilnehmer vom Bockwagen-Rennen, der spektakulären «Königsdisziplin». (Bilder Thomas Stöckli)

Nach 25 Jahren fand das letzte Säuliämtler Fahrturnier im Tannholz statt. OK-Präsident Ruedi Grob überzeugte mit einem Sieg bei den gewerblichen Zweispännern und einem zweiten Rang im Bockwagenrennen.

Von Thomas Stöckli

«Jeder kriegt das Wetter, das er verdient», heisst es. Das 25. und letzte Säuliämtler Fahrturnier im Affoltemer Tannholz konnte auch 2009 - wie fast jedes Jahr - bei Sonnenschein über die Bühne gebracht werden. So fanden nicht nur Pferdesport-Begeisterte auf den Turnierplatz, auch viele Sonntagsausflügler machten spontan «Zmittags-Halt» im Festzelt der Fahrgruppe Säuliamt.

Neues Pferd mit Potenzial

Geboten wurde den zuweilen deutlich über 1000 Zuschauern einiges: Bereits am Vormittag zeigte Lilian Luggen aus Affoltern ihre neuste Errungenschaft Felino. Turniertechnisch noch völlig unerfahren, zeigte das Pferd doch grosses Potenzial auf, wie die Kenner im Festzelt zur Kenntnis nehmen.

Ein Highlight sind in Affoltern jeweils die gewerblichen Prüfungen. «Das kennt man sonst nicht mehr», so Jurypräsident René Staub aus Gossau. Weiter hebt er den ländlichen Charakter, den «wunderschönen Platz» und die Naturtribüne hervor. Weil nicht nur routinierte Fahrer am Start waren, hat er für die rund 600 Meter langen Parcours eher einfache Linienführungen gewählt.

Trotz grossem Publikums-Erfolg war dies das letzte Säuliämtler Fahrturnier im Tannholz. Ein Areal, das nur bei Trockenheit befahrbar ist und insbesondere der Teilnehmerschwund haben das OK um den Rifferswiler Ruedi Grob zu dieser Entscheidung bewogen.

Vierspänner als Motivationsspritze

«Wir wollten immer im kleinen Rahmen bleiben, aber mittlerweile ist der Aufwand zu gross, für die paar, die noch kommen», so Grob. Gestartet hatte das Säuliämtler Fahrturnier als Vereins-Turnier, in den letzten Jahren waren jeweils mehr Gäste als Einheimische am Start. Mit Wehmut blickt man bei der Fahrgruppe Säuliamt auf 25 Jahre Fahrturnier zurück: «Es war eine schöne Zeit. Wir haben Kameradschaft zusammen erlebt - das gibt es sonst heute nicht mehr», sagt Ruedi Grob und hebt die Leistung seiner eingespielten Helfer-Truppe hervor.

Bockwagenrennen: Sekundenbruchteile entschieden

Seit 20 Jahren präsidiert Grob das OK. Drum wurde bei der Derniere auch er gefeiert: Kurz vor dem Mittag fuhr der Mettmenstetter Felix Affrini mit seinem Vierspänner vor. Im Festzelt rieb sich mancher die Augen, war diese Disziplin doch gar nicht ausgeschrieben. Doch scheinbar unbeirrt meldete sich Affrini bei der Jury an. Diese liess Ruedi Grob ausrufen und der erfahrene Zweispänner-Fahrer durfte die Zügel des erfolgsverwöhnten Vierspänners übernehmen. «Es war schön, aber die muss man gut in die Hand nehmen», so das Fazit von Grob. Der Versuch mit dem Vierspänner scheint gut fürs Selbstvertrauen des Rifferswilers gewesen zu sein: Grob gewann bei den gewerblichen Zweispännern und musste sich im Bockwagenrennen nur um Sekundenbruchteile geschlagen geben.

Fortsetzung möglich

2010 wird es nun also voraussichtlich kein Säuliämtler Fahrturnier geben. Ein grosser Verlust, doch vielleicht kein endgültiger: Wenn die Organisatoren auf der Suche nach einem Platz mit besserer Infrastruktur fündig werden sollten, wäre eine Fortsetzung durchaus denkbar.

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