Von Werner Schneiter

Nachdem die Arbeiten der ersten Etappe einer Begegnungszone abgeschlossen sind, lud die Vereinigung Obere Bahnhofstrasse Affoltern (Voba) am Samstag zu einem sogenannten «Halbzeitfest». Zum Wochenmarkt und zur Restauration gesellten sich unterhaltende Elemente: Salsa-Tänzerinnen, die Steelband Aruba, eine Rockband, eine Modeschau und ein Kasperlitheater. Die Bemühungen der über 30 Mitglieder zählenden Voba wurden mit einem grossen Publikumsaufmarsch belohnt - zur Freude der Wochenmarktfahrer und der anderen Standinhaber.

Zufriedene Ladenbesitzer

Die vom «Anzeiger» befragten Inhaber von Firmen an der Oberen Bahnhofstrasse begrüssen den Bau der Begegnungszone durchwegs. Und einzelne ziehen schon wenige Tage nach Fertigstellung der ersten Etappe eine positive Bilanz. «Wir haben seither auch neue Kundschaft», freut sich Thomas Hunziker von der Weinhandlung Maurer. Er spricht zwar von einer schwierigen Umbauzeit, welche die erwarteten Umsatzeinbussen gebracht habe. Aber er ist guten Mutes, dass sich die Obere Bahnhofstrasse mit diesen baulichen Massnahmen neu beleben wird.

Franco Onorati, Chef der Fust AG, hat sogar die Bauphase in geschäftlicher Hinsicht positiv erlebt. «In dieser Zeit hat die Kundschaft unser Geschäft durch den Hintereingang betreten - und musste durch unser ganzes Areal laufen. Das hat sich umsatzmässig positiv ausgewirkt», sagt er.

Ohne jeglichen Gram blickt auch Martin Grob, Geschäftsführer der Buchhandlung Scheidegger, auf die Bauzeit zurück. «Gemeinde und Bauleitung haben während dieser Zeit sehr gut kommuniziert und gute Arbeit geleistet. Unsere Einbussen waren kalkulierbar». Die Freude über die neue Begegnungszone überwiegt denn auch klar, auch wenn nun durchgesetzt werden muss, die PW-Lenker an die Tempo-20-Zone zu gewöhnen. «In diesem Zusammenhang wäre es sinnvoll, wenn Tafeln aufgestellt würden, an denen sich die gefahrene Geschwindigkeit ablesen liesse», sagt Martin Grob.

Den Wochenmarkt verlegen - begrüssenswerte Idee

Und in diese Begegnungszone, die ja auch Ort der Begegnung ist, gehört für ihn auch der samstägliche Wochenmarkt. «Auf dem Platz vor dem Verwaltungsgebäude geht er zugrunde. Das höre ich rundum», sagt der Scheidegger-Geschäftsführer und erinnert daran, dass der Wochenmarkt schon einmal während zweier Jahre an der Oberen Bahnhofstrasse gastierte und damals deutlich höhere Frequenzen verzeichnete. Er wird nun zu dieser Frage bei der Gemeinde vorstellig werden.

Gemeindepräsidentin Irene Enderli findet die Verlegung ebenfalls eine begrüssenswerte Idee und will sie nun im Gemeinderat zur Diskussion stellen. «Versprechen kann ich an dieser Stelle natürlich noch nichts. Aber ich kann mir vorstellen, dass es dadurch wieder mehr Marktfahrer gäbe», sagte sie am «Halbzeitfest» der Voba. Und sie weist darauf hin, dass es natürlich auch Gegner von weiteren Totalsperrungen der Oberen Bahnhofstrasse gibt. «Man müsste wohl mit dem Aufbau der Stände bis Samstagmorgen zuwarten und mit dem Wochenmarkt eventuell etwas später beginnen. Am Freitagabend schon sperren - das sehe ich nicht», sagt Irene Enderli. Ob sich da eine weitere Idee von Franco Onorati durchsetzen kann? Ihm schwebt vor, die Obere Bahnhofstrasse während der Sommermonate abends zwischen 19 und 24 Uhr für den Verkehr zu sperren und als reine Flaniermeile benützbar zu machen. Nach italienischem Vorbild.