Der Vogel tanzt nach ihrer Flöte

Flötistin Miriam Terragni aus Birsfelden.

Der Vogel tanzt nach ihrer Flöte

Flötistin Miriam Terragni aus Birsfelden.

Flötistin Miriam Terragni aus Birsfelden spielt in «Peter und der Wolf» für einen guten Zweck. Im Rahmen einer Benefizkonzertreihe ergänzt die Soloflötistin das St. Galler Kammerensemble.

Carole Gröflin

«Mami, hör auf damit!», ruft der dreijährige Raffael, als seine Mutter Miriam Terragni beginnt, den Vogel aus «Peter und der Wolf» auf der Querflöte zum Leben zu erwecken. «Ihm gefallen Klarinetten besser», erläutert Terragni. Bereits als Mädchen war sie vom symphonischen Märchen des russischen Komponisten Sergei Prokofjew begeistert. «Besonders der Vogel hatte es mir angetan», erinnert sich die 40-Jährige. Im zarten Alter von vier Jahren besuchte sie bereits Blockflötenunterricht bei ihrer Tante. Früh erkannte Miriams Grundkurslehrerin ihr Talent und so durfte sie schon mit neun Jahren beginnen, den Querflötenunterricht zu besuchen.

Ihr Können kann sie nun morgen Samstag im Theater Basel einem breiten Publikum zeigen. Der Komiker Massimo Rocchi und das St.Galler Kammerensemble unter der Leitung von Rudolf Lutz präsentieren gemeinsam die Märchensymphonie zugunsten der Krebsliga. Es ist die Auftaktveranstaltung der Benefizkonzertreihe «Peter und der Wolf». Während die Musiker den Figuren mit ihren Instrumenten eine Stimme geben, führt Rocchi mit Pantomime durch die Geschichte.

Miriam Terragni sowie weitere Bläser aus der gesamten Schweiz ergänzen das St.Galler Kammerensemble für die insgesamt vier Benefizkonzerte. Für die Birsfelderin geht mit diesem Projekt ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Mit 15 Jahren versuchte sie, die Passagen auf ihrer Querflöte zu trällern. «Neben Griegs ‹Morgenstimmung› war der Vogel aus ‹Peter und der Wolf› prägend für meinen Entscheid, Querflöte zu spielen.» Anfragen für andere Inszenierungen habe sie schon einige erhalten. «Doch ich musste offenbar 40 werden, bis mein Mädchentraum in Erfüllung ging.»

Sie ist neben ihrer Tätigkeit als Soloflötistin des Aargauer Sinfonie-Orchesters und in anderen Formationen als Musiklehrerin in Laufen und Allschwil tätig. Oft mache sie dabei die Erfahrung, dass Querflöte als «kein cooles Instrument gewertet wird», erzählt Terragni. Vor allem Schlagzeug und Gitarre seien bei Jugendlichen sehr beliebt.

«Leider ist es schon so», meint die gebürtige Baslerin, «dass klassische Musik nicht mehr denselben Stellenwert geniesst wie früher.» Aus ihrer Sicht wäre es schön, wenn Eltern sich öfter zu einem klassischen Konzertbesuch hinreissen liessen. «Auch wenn sie selber nur Rock hören, sollten sie ihren Kindern auch die Welt der klassischen Musik näher bringen», meint Terragni.

Mehr Infos unter www.flöte.ch

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