Marco Zwahlen

Am 8.08.08 kurz vor 9.40 Uhr war es soweit - Die Westumfahrung Solothurn wurde dem Verkehr übergeben. Zuvor sprach Baudirektor Walter Straumann angesichtes der langen Vorgeschichte und der Bedeutung des Projekts in seiner Eröffnungsrede von einem «markanten Meilenstein». Eine erste Zählung im November bestätigte die Belastungs- und Entlastungsprognosen des Amtes für Verkehr und Tiefbau (AVT) sehr präzise.

Die Tagesfrequenzen stiegen werktags auf rund 27 000 Fahrzeuge an, auf der Rötibrücke fiel derselbe Wert von rund 32000 auf 24 000 Fahrzeuge. Mit Beginn der Bauarbeiten auf dem Bahnhofplatz haben die Tagesfrequenzen laut dem AVT auf der Westumfahrung nochmals zugenommen.

In den Spitzenzeiten ist die Strasse deshalb auch schon an ihr Belastungslimit geraten. Und ab nächsten Montag 19 Uhr werden sich die Verkehrsflüsse in der Stadt mit der temporären Schliessung des Bahnhofplatzes und temporären Wiedereröffnung der Wengibrücke erneut ändern.

Sehr wenige Unfälle

Staus gab es aber auch in den ersten Wochen nach der Eröffnung. Die Ampeln hatten zu viele Rotphasen - zum Ärger der Autofahrer. Seit dem die Anlagen justiert wurden, hats aber merklich gebessert. Eine weitere Verbessung des gesamten Verkehrsflusses verspricht sich der Kanton mit einem Zentralrechner im Laufe des nächsten Jahres. Dieser wird die Lichtsignalanlagen auf allen Achsen in und um die Stadt steuern und das Umschalten der einzelen Anlagen laufend dem jeweiligen Verkehrsaufkommen anpassen.

Seit Eröffnung bis und mit Juni wurden auf der Westumfahrung insgesamt zwölf Unfälle registriert, was angesichts des Verkehrsaufkommnes sehr wenig ist. Einer davon war ein Auffahrunfall im Gibelintunnel, die anderen Unfälle ereigneten sich an den Kontenpunkten. Laut Roger Schibler, Leiter Strassenbau beim AVT, ist keiner der Unfälle auf eine bauliche Fehlkonstruktion zurückzuführen, sondern alle auf mangelnde Aufmerksamkeit oder Nichtbeachten der Verkehrssignale.

Bauabrechnung unter Vorbehalt

Noch auf sich warten lässt die Bauabrechnung. 95 Mio. Franken hatte der Kantonsrat seinerzeit bewilligt. Bei der Kreditgenehmigung war ausgewiesen, dass die Vorvertrags- und Bauteuerung noch hinzukommt. Stand der Dinge ist davon auszugehen, dass das Bauwerk über 100 Mio. Franken kosten wird.

Das Ganze könnte jedoch massiv teurer werden. Noch immer ist zwischen dem Kanton und dem Bauherr keine Eingung im Streit um Mehrkosten der Aarebrücke in Sicht. 12,4 Mio. Franken waren für die Brücke veranschlagt, die baufirmen fordern mittlerweile rund 16 Mio. Franken mehr vom Kanton. Die Schlichtungstelle hatte vorgeschlagen, dass der Kanton den Firmen 2,9 Mio Franken zugesteht.