Wels
Der Streit um Riesenwels nimmt kein Ende

Die Welsjagd ist abgesagt, doch die Tierschützer trauen dem vermeintlichen Frieden nicht. Ob der «Hetzjagd» gibt nun der kantonale Fischereipräsident sein Amt auf.

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Jakub Vagner

Jakub Vagner

Solothurner Zeitung

Anton Zaugg hat genug. «Ich mag nicht mehr», klagt der Präsident des Solothurner Fischereiverbandes. «Ich gebe mein Amt ab und werde ab sofort keine Aufsichten mehr machen.» Nächste Woche will er deshalb beim Kanton vorstellig werden. Zaugg hatte die Idee der inzwischen abgesagten «Erlebniswoche» auf der Suche nach dem angeblichen Drei-Meter-Wels unterstützt. Über 200 Drohmails an ihn und die Organisatoren will er nun erhalten haben. «Die gebe ich der Polizei. Das ist eine Hetzjagd». Zaugg ist von den Fischern, Politikern und dem Kanton enttäuscht, die die Fangaktion verhindern wollten (wir berichteten).

Des einen Leid, des anderen Freud: Das neue Komitee «Pro Wels» gibt sich indes siegreich. 19 000 Personen haben sich auf der Homepage des Tierschutzvereins Grenchen schon registriert, schreibt es in einer Medienmitteilung. Doch «das Komitee will gewappnet sein und baut vor Ort ein Informationsdispositiv auf». Komitee- und Tierschutz-Chefin Barbara Banga erklärt, dass ihre Leute auf der Hut sind. «Sollte Jakub Vagner doch noch kommen, würden wir das erfahren und Störaktionen durchführen.» Kommende Woche will das Komitee sogar Zeitungsinserate schalten mit dem Aufruf, nach dem Sportfischer Ausschau zu halten.

Flugblätter und Kopfgeld

Zudem bleibe es eine Option, nötigenfalls Flugblätter mit Vagners Bild zu verbreiten, bestätigt Barbara Banga einen Bericht von «20 Minuten online». Ein Berner Regisseur hat zudem ein Kopfgeld von 500 Franken ausgesetzt für den, der ihm ein Foto mit Vagner im Schwitzkasten bringt. Das löst Kritik in den eigenen Reihen aus: Mitinitiant Hans Kübli (Gemeindepräsident Bettlach) distanziert sich von «übereilten und übertriebenen» Aktionen und sucht derzeit über Unterwasserfilmer Markus Flury den Kontakt zu Vagner. «Ich bevorzuge direkte Verhandlungen unter Betroffenen» so Kübli. Direkten Kontakt mit Vagner hatte das Komitee nämlich bisher nicht. Dennoch habe sich seine Einstellung zur Gesamtsituation nicht geändert.

Möglich ist, dass Jakub Vagner demnächst zumindest nach dem Wels tauchen wird. Offen ist, ob die «Hetzjagd» ohne rechtliche Folgen bleibt. Organisatorin Renate Steininger behält sich vor, ihre «Bedroher» anzuzeigen. Sicher ist einzig, dass von dem Rummel Pro- wie Kontraseite zumindest werbemässig profitiert haben. (fup)

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