Der Strassenverkehr als grösste Gefahrenquelle

Gut geschützt: In Dietikon soll die Sicherheit auf dem Schulweg ausgebaut werden. (wal)

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Gut geschützt: In Dietikon soll die Sicherheit auf dem Schulweg ausgebaut werden. (wal)

Unter Einbezug von Lehrer- und Schülerschaft sowie der Parteien wollte die Dietiker Sicherheitsabteilung eruieren, als wie sicher die Schulwege empfunden werden. Probleme bereiten insbesondere Strassenübergänge, aber auch der «Taxidienst» der Eltern.

Matthias Kessler

Morgens vor Schulbeginn, mittags und am späteren Nachmittag nach Ende des Unterrichts: Entlang der Strasse vor dem Schulhaus Wolfsmatt in Dietikon herrscht reger Betrieb - auf beiden Seiten der Strasse. Autos halten an, damit Schulkinder aus- resp. einsteigen können, die Kinder springen über die Strasse, es kommt zu Wendemanövern. «Ich habe mich vor Ort überzeugt. Es ist teilweise sehr unübersichtlich», sagt Dietikons Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP).

Dieser «Taxidienst» der Eltern ist dann auch eines der meistgenannten Probleme in Sachen Schulwegsicherheit beim Schulhaus Wolfsmatt. Dies hat eine im letzten halben Jahr durchgeführte Analyse der Dietiker Sicherheitsabteilung ergeben, bei der die Beteiligten - Parteien, Lehrerschaft und Schüler - befragt wurden. Paradox: Vielen Eltern geht es mit ihrem Fahrdienst gerade darum, dass ihre Kinder sicher in die Schule kommen. Das daraus resultierende Verkehrsaufkommen vor dem Schulhaus steht diesem Ansinnen jedoch diametral entgegen.

Hier seien, sagt Illi, die Schulen gefordert. Die Eltern müssten immer wieder auf dieses Thema hingewiesen und auf die Problematik dahinter sensibilisiert werden.

Unübersichtliche Übergänge

Bei der Analyse wurde deutlich, dass der Strassenverkehr insgesamt als grösste Gefahrenquelle auf dem Schulweg wahrgenommen wird - insbesondere auch mit Blick auf die Auswertung der an die Schülerschaft abgegebenen Fragenbögen.

Dabei rufen vor allen unübersichtliche Strassenübergänge Ängste hervor, bei denen auf mehrere Verkehrsteilnehmer geachtet werden muss - so im Bereich Bremgartner-/Oberdorfstrasse mit der Bremgarten-Dietikon-Bahn - oder bei denen die Sicht durch Büsche oder parkierte Fahrzeuge eingeschränkt ist.

Die Sicherheitsabteilung hat aus der Analyse zwei Arten von Massnahmen abgeleitet: sofort greifende und langfristig ausgelegte. Die Sofortmassnahmen, einfacher umsetzbar, sehen unter anderem das häufigere Schneiden von Sträuchern und Hecken für mehr Übersichtlichkeit vor, aber auch mehr Polizeipräsenz bei den Schulhäusern - nicht nur zum Schulanfang, sondern auch unter dem Jahr.

Per Pedibus ins Schulhaus

Langfristig wird stark auf Verkehrserziehung gesetzt. Im nächsten Jahr werden deshalb zwei Stadtpolizisten die entsprechende Schulung absolvieren, um neben den Kindergarten- künftig auch die Primarschulkinder betreuen zu können. Zudem werden an neuralgischen Punkten bauliche Massnahmen ins Auge gefasst, beispielsweise an der Oberdorfstrasse, wo die Fussgängerstreifen bei der Reppischbrücke besser signalisiert werden sollen.

Nicht zuletzt ist auch die aktive Mitarbeit der Eltern gefragt. Denn: Als sinnvolle Alternative zum «Taxidienst» wird der so genannte Pedibus erachtet. Dabei gehen die Kinder zu Fuss zur Schule, begleitet von einer erwachsenen Person. Auf einer festen Route mit «Fahrplan» und fixen Haltestellen können sich weitere Kinder anschliessen. In der Romandie funktioniere das gut, so Sicherheitsvorstand Illi. «Es muss», meint er, «ein Miteinander sein. Nur so geht es.»

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