Liebe im Affenhaus des Basler Zoos
Der stille Gunther und die rothaarige Chica

Seltene Sumpfspringaffen kommen sich im Basler Zolli langsam näher.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Chica steckt in Deutschland fest. Probleme mit den Ausreisepapieren. Gunther, ganz allein, wartete derweil deprimiert in Basel. So beginnt kein Rosamunde Pilcher-Roman, nein. Das ist die Geschichte zweier seltener Sumpfspringaffen. Bloss 48 Tiere leben in Europa auf zwölf Zoos verteilt.

Nachdem Chica nach einem halben Jahr endlich zu Gunther reisen durfte, lebt seit Juli nun auch ein Pärchen der südamerikanischen Affenart in Basel. Klar, dass die Zolli-Verantwortlichen auf baldigen Nachwuchs hoffen. Doch der «stille Gunther» aus Schweden und die «rothaarige Chica» aus Deutschland zierten sich vorerst, wie aus einer Zolli-Mitteilung hervorgeht. Vielleicht lags an den soziokulturellen Differenzen.

Liebesduett im Affenhaus

Die laut Zolli «etwas schüchtern und weltverloren wirkenden» Tiere zeigten aber bald darauf erste Zeichen der Zuneigung: Eng nebeneinander sitzend liessen sie ihre langen, buschigen Schwänze ineinander verdreht nach unten hängen, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Bleibt zu hoffen, dass der Affenhimmel wirklich voller Geigen hängt.

Ein weiteres (musikalisches) Indiz stimmt die Zolli-Verantwortlichen zuversichtlich. In den Regenwäldern Brasiliens und Perus leben Sumpfspringaffen als monogame Paare mit ihrem Nachwuchs. Die kleinen Territorien, die sie bewohnen, werden mit sonoren und sehr lauten Duett-Gesängen akustisch verteidigt. Und: «Auch Chica und Gunther haben zu singen begonnen», schreibt der Zoo Basel. Das dürfte insbesondere Gunther freuen. Denn gesungen hat er manchmal schon ohne Chica, einfach solo. Denn die Klammeraffen im Nebengehege kannten Gunthers Song offenbar nicht. (DAW)

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